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Obama: "Wenn es Fotos aus meiner Schulzeit gäbe, wär ich nicht Präsident geworden“

Barack Obama in Chicago
© Getty Images/ Scott Olson
Zum ersten Mal seit Ende seiner Präsidentschaft ging Obama wieder an die Öffentlichkeit – und gab Studenten kluge Tipps auf den Weg.

Nachdem er in den vergangenen drei Monaten höchstens mal beim Kitsesurfen oder Kaffeeholen gesichtet worden war, trat Obama nun zum ersten Mal wieder öffentlich auf. Am Montag sprach er 90 Minuten vor Studenten der University of Chicago über die aktuellen Herausforderungen westlicher Gesellschaften – und gab praktische Lebenshilfe.

"Und, was war los, als ich weg war?"

Gleich zu Beginn seiner Rede brachte Mr. Charming den Saal zum Lachen, als er fragte: „Und, was war los, als ich weg war?“ Dann sprach der Ex-Präsident über die Probleme seines Landes – und über die politische Verantwortung junger Menschen, die Zukunft in die eigenen Hände zu nehmen.

Dabei offenbarte er auch seine eigenen Pläne: Es gäbe viele Themen, die ihn umtrieben und mit denen er sich in Zukunft befassen wolle: vom Klimawandel über wirtschaftliche Veränderungen bis hin zu sozialer Ungerechtigkeit und der Unterdrückung von Minderheiten. "Alle diese Probleme sind ernst. Aber sie sind nicht unlösbar", sagte Obama weiter.

"Ihr könnt die Welt verändern!"

Das Wichtigste, was er vorhabe, sei jedoch, die nächste Generation darauf vorzubereiten, den Staffelstab zu übernehmen, damit sie eigene Mittel und Wege findet, die Welt zu verändern. Dazu gab Obama den Rat: „Denke weniger darüber nach, wer du sein willst, und mehr darüber, was du tun willst.“ Natürlich könne man Senator, Abgeordneter oder reich sein wollen. Aber viele jagten solchen Zielen hinterher und wüssten dann überhaupt nicht, was sie damit anfangen sollen.

Obama ging auch auf die zunehmende Spaltung von Gesellschaft und Politik ein, die verhindere, den Blick auf Gemeinsamkeiten zu richten. Die sozialen Medien verstärkten dieses Phänomen, indem sie ermöglichten, dass Menschen ihre Meinung in „Filterblasen“ lediglich bestätigt bekämen, statt sich kritisch damit auseinanderzusetzen. „All das hindert uns daran, eine gesunde Debatte zu führen, Gemeinsamkeiten zu finden und Lösungen voranzutreiben.“

"Überlegt euch gut, was ihr online von euch zeigt!"

In Sachen Social Media gab Obama den Studenten noch einen praktischen Tipp: Sich genau zu überlegen, welche Selfies man online stellt und was man überhaupt fotografieren will. Dann gab er zu: „Wenn ihr Fotos von allem hättet, was ich in meiner Schulzeit gemacht habe, wäre ich wahrscheinlich nicht Präsident geworden.“ ("It's true, that if you had pictures of everything I did in high school, I probably wouldn't have been president.")


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