Nach drei Jahren: Beate Zschäpe bricht ihr Schweigen

Statt Statements über ihre Anwälte verlesen zu lassen, meldet sich Beate Zschäpe nun erstmals selbst zu Wort: "Heute weiß ich, Gewalt ist kein Mittel zur Durchsetzung von Zielen."

Es grenzt fast schon an eine Sensation: Drei Jahre nach dem Beginn des NSU-Prozesses hat die Hauptangeklagte Beate Zschäpe zum ersten Mal ihr Schweigen gebrochen. Bislang kommunizierte die 41-Jährige nur über ihre Anwälte.

Wie die 'Bild’ berichtet, soll sie mit ruhiger Stimme gesagt haben: "Es ist mit ein Anliegen folgendes mitzuteilen: Als ich Uwe Böhnhardt kennenlernte, habe ich mich mit nationalsozialistischem Gedankengut identifiziert." Doch sie habe sich aus „Angst vor Überfremdung wurde mir zusehends unwichtiger“ geändert. "Heute weiß ich, Gewalt ist kein Mittel zur Durchsetzung von Zielen. Heute beurteile ich Menschen nicht nach Herkunft und politischer Einstellung, sondern nach Benehmen. Ich verurteile, was Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos (deutsche Neonazis und Terroristen; Anm. d. Red.) den Familien angetan haben." Sie behauptet zudem weiter, dass sie mit den Morden nichts zu tun hatte.

Beate Zschäpe soll Mitglied der Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) gewesen sein, die zwischen 1998 und 2011 existierte. Ihr wird vorgeworfen, als Mittäterin für die Ermordung von zehn Menschen verantwortlich zu sein. Seit dem 8. November 2011 sitzt sie in Untersuchungshaft.  

ag
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