Die "dreckige Hure" soll schweigen – 3000 Euro Strafe wegen Sexismus

In Belgien wurde jetzt erstmals ein Mann wegen Verstoßes gegen das Anti-Sexismus-Gesetz verurteilt. Wenn er die Strafe nicht zahlt, muss er ins Gefängnis. Ätsch!  

Schon seit 2014 gibt es in Belgien ein Gesetz gegen Sexismus. Jetzt greift es zum ersten Mal: Das Gericht Erster Instanz in Brüssel hat einen Mann zu einer Geldstrafe in Höhe von 3.000 Euro verurteilt, weil er eine Frau öffentlich beleidigt hat.

Verkehrsrowdy outet sich als Sexist

Der Mann beging die Tat, für die er nun blechen muss, schon im Juni 2016. Nachdem er zunächst "nur" ein Verkehrsdelikt begangen hatte, wurde er von einer Polizistin und ihrem Kollegen angehalten. Zu der Beamtin sagte er dann, sie sei eine "dreckige Hure" und solle schweigen. Außerdem legte er ihr nahe, "sich gefälligst einen Job zu suchen, der für eine Frau geeignet" sei.

Außer den zwei Ordnungshütern bezeugten seine Tat auch noch weitere Zeugen, für das Gericht war die Sache klar: Der Mann wurde schuldig gesprochen, weil er einen Menschen aufgrund des Geschlechts verbal angegriffen hatte, weil er eine sexistische Äußerung in der Öffentlichkeit fallen ließ und noch dazu, weil er eine Beamtin beleidigt hatte.

Wenn er die 3.000 Euro nicht bezahlt, muss er stattdessen eine einmonatige Haftstrafe absitzen. 

War das der Eisbrecher?

Befürworter des Anti-Sexismus-Gesetzes hoffen nun, dass dieses Urteil vielleicht wie ein Eisbrecher wirkt. Seit der Einführung des Gesetzes 2014 kam es zu 25 Anzeigen, doch Strafverfolgung und polizeiliches Erfassungssystem müssen in diesem Bereich noch optimiert werden, heißt es vom belgischen Institut für Gleichberechtigung.

Ende vergangenen Jahres kam es in Frankreich erstmals zu einem Gerichtsurteil, das einer Schaffnerin eine Entschädigung in Höhe von 120.000 Euro zusprach. Sie war in den 80ern als eine der ersten Zugführerinnen im Job gemobbt worden.

Hierzulande warten wir indes noch darauf, dass zumindest mal sexistische Werbung unter Strafe gestellt wird ...


 

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Belgien: Ein Richter fällt ein Urteil mit seinem Hammer
Die "dreckige Hure" soll schweigen – 3000 Euro Strafe wegen Sexismus

In Belgien wurde jetzt erstmals ein Mann wegen Verstoßes gegen das Anti-Sexismus-Gesetz verurteilt. Wenn er die Strafe nicht zahlt, muss er ins Gefängnis. Ätsch!  

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