Wie bitte?! Berliner Café versperrt Müttern mit Kinderwagen den Weg

Ein Café in Berlin-Moabit sorgt für Aufsehen. Grund dafür stellen zwei Poller in der Tür dar – die extra aufgestellt wurden, um Müttern mit Kinderwagen den Eintritt zu verwehren.

Wer als frisch gebackene Mutti einen Kaffee trinken gehen will, hat's nicht immer leicht: Das Baby schreit immer dann, wenn es gerade gar nicht passt, die Tasche ist so voll mit Utensilien, das sie zu platzen droht – oder einem wird der Eintritt verwehrt. Erstere Probleme kennen Mütter weltweit, letzteres bekommen sie gerade in Berlin-Moabit zu spüren. Und wir sprechen nicht von einem Club: Es geht um ein einfaches Café, das einen Türsteher für Mütter mit Kinderwagen engagiert hat. Und der besteht aus zwei massiven Metall-Pollern.

Was nach einem schlechten Scherz klingt, ist in dem Berliner Café tatsächlich Realität. Den Eingang zieren nicht nur zwei – durchaus einladende – Tannenbäume, die bereits sehr eng beieinander stehen, sondern auch zwei Poller. Die sollen Kinderwagen den Weg versperren. Mittlerweile berichten Medien deutschlandweit über das Anti-Mütter-Café.

"Unsympathischstes Café"

Schriftsteller Albrecht Selge brachte den Shitstorm ins Rollen, obwohl er diesen eigentlich vermeiden und lediglich "Einsicht, was den Umgang mit Menschen angeht“ erreichen wollte. Er teilte ein Foto von den Pollern auf Twitter und gab dem Laden den Titel als "Moabits unsympathischstes Café". Daraufhin schalteten sich nicht nur zahlreiche Twitter-Nutzer, sondern mittlerweile sogar das Bezirksamt Berlin-Mitte ein. Die Poller seien nämlich nicht nur ein Problem für Mütter mit Kinderwagen, sondern auch für Rollstuhlfahrer.

Albrecht Selge berichtet in seinem Beitrag, dass er durchaus die Inhaberin zu dem Fall zu Wort kommen lassen wollte. Die bestätigte daraufhin: Die Poller sollen sich explizit gegen Mütter mit Kinderwagen richten – nicht gegen Rollstuhlfahrer, die den Hintereingang nutzen dürften. 

Kaffee ohne Kinderwagen, bitte

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Die Betreiberin des Cafés zeigt sich somit wenig einsichtig, wie auch Spiegel Online berichtet: Die Kinderwagen hätten in ihrem Café überhand genommen und Schäden hinterlassen. Sie selbst sei jedoch Mutter und hätte nichts gegen Kinder. Nun wird sie sich zunächst mit dem Bezirksamt auseinandersetzen müssen. Denn das twitterte prompt: "Danke für die Info! Wir haben das bereits an die Beauftragte für Menschen mit Behinderung weitergeleitet".


mjd
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