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Liebe Fünf Beziehungstipps für die Generation Z: So kann man lebenslang glücklich zusammenbleiben

Beziehungstipps für die Generation Zwei Frauen lächeln sich an und halten die Köpfe aneinander
© MesquitaFMS / Getty Images
Viele Vertreter der Generation Z sind der Meinung, dass Monogamie ein Auslaufmodell sei, und die Ehe erst recht. Doch wie soll eine lebenslange Beziehung in Zeiten des Individualismus funktionieren?

Heiraten ist so eine Sache. Natürlich träumen auch junge Menschen von einer romantischen Hochzeit mit einer großen Party – aber für immer mit nur einer einzigen Person zusammenbleiben? Dieser Gedanke fällt vielen 16- bis 25-Jährigen, der sogenannten Generation Z, zunehmend schwer. Wir haben gelernt, für unsere Wünsche einzustehen, uns zu verwirklichen, auch mal "Nein" zu sagen. Und da sollen wir ein Leben lang mit jemand anderem Kompromisse schließen? Kann, und sollte, das überhaupt funktionieren?

Die Antwort können nur Menschen geben, die es geschafft haben, lange glücklich verheiratet zu sein. Mit Betonung auf glücklich – denn fast jeder junge Mensch hat Großeltern, Onkel oder Urgroßtanten, die einst eher Zweckehen eingingen oder eingehen mussten. Sei es, weil die Eltern das so entschieden hatten, aus wirtschaftlichen Gründen oder aufgrund einer ungeplanten Schwangerschaft. Oft haben es auch solche Paare lange miteinander ausgehalten – aber glücklich waren sie dabei nicht immer. Heutzutage verlangen wir mehr von einer Beziehung als das.

Beziehungstipps für die Generation Z

Doch schon immer haben auch echte Liebespaare zusammengefunden – und viele hatten das Glück, jahrzehntelang verheiratet zu sein. Das US-Portal "Fatherly" hat einige Senior:innen gefragt, was sie für die wichtigsten Voraussetzungen für eine lange und glückliche Beziehung halten. Und davon können junge Paare der Generation Z durchaus etwas lernen.

1. Sprecht miteinander

Und das definitiv schon vor dem Ja-Wort, und auch über unbequeme Themen oder solche, die euch noch sehr weit weg erscheinen. Wie wollt ihr eure Finanzen regeln, auch wenn ihr einmal unterschiedlich viel verdient? Wollt ihr mal Kinder? Wenn ja – wer nimmt wieviel Elternzeit? Wie stellt ihr euch eure zukünftige Wohnsituation vor – Innenstadt oder Haus auf dem Land? Wie wichtig ist euch Religion? Wie wichtig sind euch gemeinsame Hobbys? Was nervt euch (jetzt schon) aneinander, und kann man das (jetzt schon) beheben? "Ihr müsst jede Menge verzwickter Sachen regeln, bevor ihr heiratet", sagt ein nicht mehr ganz junger Mann namens Gene, der selbst seit 46 Jahren mit seiner Frau zusammen ist. "Nur das mit dem Sex regelt sich eigentlich von selbst."

2. "TMI" ist etwas, das auch nach Jahren noch existiert

"TMI", das bedeutet: Too much information. Zu viel Information. Seid offen und ehrlich miteinander, natürlich, aber die Vertrautheit muss nicht so weit gehen, dass ihr ständig gemeinsam im Bad seid, wenn einer von euch groß muss, dass ihr schambefreit vor dem anderen pupst, rülpst oder in der Nase popelt, dass ihr euch die Nasenhaare zupft, während der andere zuschaut. Muss halt einfach nicht sein. Natürlich kann man das mal machen, keine Frage, aber gewisse Dinge für sich zu behalten, zeugt halt auch von Respekt vor dem Partner oder der Partnerin. Anfangs zeigt man einander ja meist die beste Version von sich selbst. Wenn man nicht aufpasst, irgendwann nur noch die schludrigste. Irgendwo in der Mitte liegt das perfekte Miteinander. "Da ist nichts Romantisches dabei, deinem Ehemann zuzuschauen, wie er sich die Haare aus den Ohren zupft", sagt auch die Amerikanerin Connie, seit 44 Jahren verheiratet.

3. Ja, streitet! Aber vergesst das Wichtigste nicht

Paare, die immer harmonisch miteinander leben, sind nicht nur irgendwie gruselig – sie werden es vermutlich auch nicht glücklich bis ans Ende ihrer Tage miteinander aushalten. Irgendwann und irgendwie suchen sich aufgestaute, runtergeschluckte Emotionen ihren Weg. Darum: Streitet! Schreit euch an, schweigt beleidigt stundenlang, schimpft oder flucht. (Handgreiflichkeiten sind natürlich ein absolutes Tabu!) Verbal Dampf ablassen – das ist völlig okay. Und man muss damit auch nicht bis zum Ende des Tages fertig sein. Ein halbherziges Vertragen, nur um nicht wütend zu Bett zu gehen, hilft niemandem, dann wacht man bloß mürrisch wieder auf. Aber: Vergesst trotzdem bei aller Emotion nicht, dass ihr im selben Team spielt. Egal was gerade nervt, im Großen betrachtet gehört ihr zusammen. Und das seit 65 Jahren verheiratete Paar Jenny und Manny hat da einen ganz eigenen Tipp: "Wenn ihr abends ins Bett geht, ist egal, wie zornig oder traurig ihr seid. Ihr müsst nicht miteinander reden. Aber berührt euch immer unter der Decke mit den Zehen. Als kleine Erinnerung, dass ihr euch liebt, egal was sonst ist."

4. Wisst, wann ihr euch in Ruhe lassen solltet

Es gibt Momente, in denen unterstützt man sich am besten gegenseitig, wenn man sich einfach in Ruhe lässt. Manche Menschen können zum Beispiel nur effektiv aufräumen, wenn sie alleine herumwurschteln können und ihnen niemand im Weg ist. Andere hassen es, beim Heimwerkern permanent Hilfe vom anderen angeboten zu bekommen – obwohl beide wissen, dass nur einer von ihnen irgendein Talent fürs Bohren, Hämmern oder Streichen hat. Also: Findet raus, was ihr prima gemeinsam erledigen könnt – und wo ihr dem anderen besser freie Hand lasst, weil ihr sonst unnötigen Stress verursacht. Das Paar Robert und Bernadine, verheiratet seit 61 Jahren, fasst es in einem Satz zusammen: "Kommt niemals auf die Idee, zusammen eine Wand zu tapezieren."

5. Achtet bei Diskussionen aufs Timing

Jeder kennt den Tipp, nicht hungrig einkaufen zu gehen. Dann packt man nämlich immer zu viel in den Wagen, und kauft meistens nicht das, was vernünftig wäre. Ganz ähnlich ist das mit Diskussionen über wichtige oder ernste Dinge: Wenn es nicht absolut pressiert, dann achtet auf den richtigen Zeitpunkt. Ihr solltet Zeit und Ruhe haben, also nicht beispielsweise abends noch eine Verabredung mit Freunden, oder am nächsten Tag Frühschicht. Es sollte nicht irgendetwas im Fernsehen laufen, auf dass sich der andere schon seit Wochen freut und das er nun verpasst. Euch fallen sicher selbst bessere Beispiele ein, aber ihr versteht sicher: Fangt eine Diskussion nicht aus dem Bauch heraus an, sondern überlegt, wann und wo sie für euch beide am produktivsten wäre. Oh, und hungrig solltet ihr auch keine ernsten Gespräche führen. "Wir diskutieren nie wichtige Themen, wenn wir müde oder hungrig sind", sagt Steven, der seit 20 Jahren verheiratet ist. "Und wir essen dabei Marshmallows, weil das gut für die Kommunikation ist."

Verwendete Quelle: "Fatherly"

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei stern.de.

wt/stern

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