Ein hochbegabtes Mädchen weckt in Indien Hoffnungen

13-jährige Mädchen aus armen Verhältnissen haben in Indien meist wenig Chancen. Sushma Verma zeigt, dass es anders geht. Sie ist hochbegabt und studiert Mikrobiologie.

Hier radelt ein Vater mit seiner 13-jährigen Tochter nach Hause. Aber er holt sie nicht etwa von der Schule ab, sondern von der Universität. Sushma ist ein so genanntes Wunderkind. Mit sieben Jahren hatte sie den Schulabschluss in der Tasche, mit 13 Jahren den Bachelor-Abschluss. Nun studiert sie Mikrobiologie an der Universität. Eigentlich hätte sie lieber Medizin angefangen, aber das ist in Indien erst ab 18 Jahren erlaubt.

Was in Deutschland eine kuriose Geschichte wäre, hat in Indien eine andere Bedeutung. Sushmas Familie stammt aus einer der ärmsten Schichten. Sie leben mit sechs Personen in einer kargen Einzimmerwohnung.

In solchen Familien werden Mädchen oft gar nicht zur Schule geschickt. Ihre Eltern sehen aber das Talent ihrer Tochter. Der Vater verdient als Bauarbeiter kaum Geld, verkaufte deshalb sein einziges Stück Land, damit Sushma studieren kann. Das Geld reicht trotzdem nicht. Eine Wohltätigkeitsorganisation übernimmt nun den Großteil der Studiengebühren.

Es ist gerade diese Aufstiegsgeschichte, die Millionen Inder mitfühlen lässt. Und Hoffnungen weckt, dass die Bildung von Mädchen aus allen Schichten ernster genommen wird.

Text: bia
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