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"Da fahr ich gern in alle Löcher rein" Bloggerin Franka Frei über sexuelle Belästigung in Corona-Testzentren

Frau wird auf Corona getestet
© Ergin Yalcin / Getty Images
Von sexistischen Kommentaren bis hin zu Kontaktaufnahmen nach dem Testen: Auf Instagram macht Bloggerin Franka Frei auf sexuelle Belästigung durch Mitarbeitende in Corona-Testzentren aufmerksam. Zahlreiche Frauen melden sich mit ähnlichen Erlebnissen bei ihr.

Ein Corona-Test ist nicht angenehm, aber gleichzeitig sehr intim – schließlich steckt ein wildfremder Mensch ein Stäbchen tief in Nase und Mund. Viele Menschen kostet der Gang zum Test daher ohnehin schon große Überwindung. Umso unangemessener sind witzig gemeinte Sprüche und sexuelle Anspielungen vom Testpersonal. Betroffen sind vor allem Frauen, die sich zahlreich auf die Instagram Story von Bloggerin Franka Frei melden, in der sie auf das übergriffige Verhalten einiger Tester aufmerksam macht. Sie berichteten, welche anzüglichen Kommentare sie von Mitarbeitenden in Testzentren zu hören bekamen:

"Mund auf, ich komme"

Sagt der testende Mann während er mit einem Stäbchen in meinem Rachen rumwühlt: "Den Würgereflex hast du aber gut abtrainiert."

Da ich kaum würgen musste: "Scheinst dich ja wie Daheim bei deinem Mann zu fühlen."

Mit anzüglichem Gesichtsausdruck: "Da müssen wir aber noch trainieren." Ich bin 14, er um die 50.

Testender beim Fiebermessen vor der Impfung: "Wow, extrem heiß."

"Kein Problem du siehst aus, als könntest du den Mund ganz weit aufmachen."

Nach Test in Nase und Rachen: "Na welches Loch war angenehmer?"

Ich habe einmal etwas gewürgt, der Tester: "Na, machen Sie das Zuhause auch immer so?"

"Da fahr ich gern in alle Löcher rein."

"Schön tief rein" in widerlichem Ton beim Test in Hannover. 

Mit einem Zwinkern hat er mir gesagt, dass meine Nase ja so schön eng sei.

Meine Freundin bekam beim Testen Nasenbluten. Darauf der Testende: "Uh, da war das Naserl ja noch jungfräulich.'"

"Mund weit aufmachen und genießen..."

Testender bedankt sich, dass ich ihn nicht geschlagen habe und flüstert mir dann ins Ohr: "Von Ihnen hätt ich es machen lassen."

Nach 30 Sekunden in meiner Nase, sagt der Testende: "Ich hör erst auf wenn die Tränen kommen."

Zweimal passiert, dass der Typ, der meine Daten kontrolliert hat, mich unangenehm angebraten hat. Ich konnte nur nett lächeln, weil der Typ hatte meine Nummer, meine Adresse, meine SV...

"Wow, Sie machen den Mund ja weit auf, haben wohl eine große Klappe. Ihr Mann möchte ich nicht sein."

Alles nur dumme Witze?

Mitnichten! Testzentren sollten sichere Orte sein und zwar für jede*n, der*die dort hinkommt, kommentiert Franka Frei. Übergriffige Sprüche sind mehr als unangemessen. Niemand müsse sich so behandeln lassen müssen. Zumal man als Testende*r nie weiß, was die*derjenige bereits erlebt hat und was ein solches Verhalten möglicherweise triggert. Gleichzeitig sollte niemand Angst haben müssen, dass seine*ihre sensiblen Daten missbraucht würden oder um die eigene Sicherheit fürchten. Nach dem Test privat Kontakt zur getesteten Person aufzunehmen, ist ein absolutes No Go. Leider kann von Einzelfällen keine Rede sein.

Bereits im Januar kam es zu Vorfällen in Graz

Schon im Januar diesen Jahres berichteten Frauen gegenüber heute.at von sexueller Belästigung in einem Grazer Testzentrum (Ö). Die Betroffenen klagten, sie seien mit sexistischen Sprüchen konfrontiert und angemacht worden. Doch damit nicht genug: Die Soldaten sollen die Frauen anschließend in den sozialen Medien ausfindig gemacht und kontaktiert haben, berichtet Nau.ch. Bundesheer-Sprecher Bauer entschuldigte sich daraufhin via Twitter und kündigte ein Disziplinarverfahren an.

Das solltest du tun, wenn du belästigt wirst

Unbedingt melden! Jedes Testzentrum hat einen Einsatzleiter oder Zuständige, die dort für das Qualitätsmanagement sorgen. Auch an das zuständige Gesundheitsamt kann man sich wenden. Hilfreich ist es dabei, sich den Namen der*desjenigen nennen zu lassen, den es betrifft. Oftmals ist man im ersten Moment zu perplex, um angemessen zu reagieren, dennoch sollte man auch im Nachhinein solch unangebrachtes Verhalten nicht einfach dulden, sondern betreffende Stellen informieren.

Quellen: www.instagram.de/frankafrei; www.nau.ch

Brigitte

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