Geht's noch? Schüler sollen Alkohol trinken an Schule lernen

Viele Eltern sind entsetzt: Die Oberschule von Templin in Brandenburg hat rund 90 Schüler ihrer 9. Klassen zum betreuten Alkohol-Trinken eingeladen.

Dieses Projekt ist heftig umstritten: An der Oberschule von Templin in der Uckermark sollen die 15- bis 16-jährigen Jugendlichen unter Aufsicht Wein oder Bier probieren. In dem Eltern-Brief zu der Aktion wird empfohlen, den Jugendlichen zwei Trinkeinheiten (TE) zu gestatten, wobei eine TE jeweils einem Glas Bier beziehungsweise einer 0,33 Liter-Flasche oder einem Glas Wein/Sekt á 0,125 Liter oder einem halben Liter Biermixgetränk entspricht.

Dieses Projekt mit dem Titel "Lieber schlau statt blau" soll der Sucht-Vorbeugung dienen, die Regierung von Brandenburg fördere es seit Jahren mit Steuergeldern, berichtet die Lokalzeitung "Nordkurier". Entstanden sei es, als sich Fälle von Koma- und Flatrate-Saufen häuften. Die Wirksamkeit des Konzepts sei "Mitte 2012 wissenschaftlich mit einer Evaluationsstudie durch das Institut für Therapieforschung Nord in Kiel geprüft worden". Jugendliche, die an dem Programm teilnahmen, sollen später deutlich weniger trinken als andere. 

Doch jetzt wehren sich Eltern gegen die Alkohol-Aktion!

Eine Mutter äußert sich empört:

Erst sollen wir unsere Kinder über Schäden durch Alkohol und Drogen aufklären. Und jetzt wird ihnen schon in der Schule Alkohol von Lehrern angeboten!

Sie habe sich geweigert, die Einverständniserklärung zur Verabreichung von Alkohol an ihren 15-jährigen Sohn zu unterzeichnen.

Inzwischen hat sich auch eine Krankenkasse gegenüber dem "Nordkurier" kritisch zu dem Trink-Projekt geäußert. Ein Sprecher der DAK in Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt sagte:

Das Trink-Experiment lehnen wir strikt ab, weil Kinder keine Versuchskaninchen sind.

Das Probe-Trinken könne gefährlich sein, da niemand die Wirkung von Alkohol auf die Minderjährigen einschätzen könne. Zudem bestehe die Gefahr, dass die Schüler animiert würden, dieses Trink-Experiment dann auch privat ohne Aufsicht und Kontrolle durchzuführen.

Gegenüber der "B.Z. Berlin" verteidigt die Schulleiterin das Projekt: Es gehe nicht ums Besaufen, "sondern ums Beobachten der Folgen. Schüler, die sich rühmen, dass ihnen Alkohol nichts ausmacht, sollen erleben, dass sie doch nicht so stark sind."

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mh
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