Feuerwehrfrau Andrea Stage: Voller Einsatz gegen Vorurteile

Andrea Stage ist Brandmeisterin bei der Berliner Feuerwehr - eine echte Ausnahme, denn bei der Berufsfeuerwehr sind weniger als ein Prozent Frauen.

Wer sie ist: Eine der wenigen Frauen, die sich in der Männerdomäne Feuerwehr durchgesetzt haben. Als Brandmeisterin managt Andrea Stage die täglichen Einsätze in Berlin oder plant die Sicherung von Großevents. Zusätzlich engagiert sich Andrea Stage im bundesweiten Netzwerk Feuerwehrfrauen e.V., wo sie Berufsanfängerinnen und Kolleginnen mit praktischen Tipps zur Seite steht.

Woher sie kommt: Das erste Mal mit zur Feuerwehr durfte Andrea Stage, als sie zehn Jahre alt war. Ihr Vater war Feuerwehrmann und nahm seine Tochter einfach mit. Bereits mit 14 Jahren beschloss Andrea Stage, sich auf die Berufsfeuerwehr vorzubereiten. Nach ihrem Schulabschluss absolvierte sie zunächst eine Ausbildung zur Rettungsassistentin beim Deuschen Roten Kreuz in Lübeck, schließlich wurde sie in Dortmund zur Brandmeisterin ausgebildet. Seit Mai 2008 ist sie bei der Berliner Feuerwehr.

Ihr Spezialgebiet: Trotz fundierter Ausbildung entschloss sich Andrea Stage, zusätzlich noch zu studieren. Neben dem Einsatzdienst pendelte sie zwischen Berlin und Hamburg, wo sie "Rescue Engineering" studierte. Dabei beschäftigte sie sich intensiv mit der Sicherung und Planung von Großveranstaltungen. Das kommt ihr bei ihrer Arbeit in Berlin zu Gute, denn dort ist sie an der Organisation von Großevents wie dem Berlin Marathon beteiligt.

Was sie bewegt: Die Berliner Feuerwehr zählt 3500 Berufsfeuerwehrleute, darunter sind nur 25 Frauen. Die männlichen Kameraden haben Vorurteile, viele glauben, dass sie die Arbeit für die weiblichen Teammitglieder mit erledigen müssten. Auch die Ansicht, dass eine Frau in einer Männerdomäne nur zwischenmenschliche Probleme verursacht, ist verbreitet. "Es war immer schwierig und wird immer schwierig bleiben, als Frau in diesem Beruf ernst genommen zu werden. Ich muss jeden Tag beweisen, dass ich das Gleiche leisten kann, wie die männlichen Kollegen", erzählt Andrea Stage. Es sei zwar richtig, dass Frauen nicht alle körperlich schweren Arbeiten ebenso erledigen können wie Männer. "Aber ich glaube, dass die Feuerwehrmannschaft ein Team ist, in dem sich Stärken und Schwächen ausgleichen sollten." Dennoch gibt es immer noch Fälle von Mobbing und Diskrimierung von Feuerwehrfrauen. Dagegen engagiert sich Andrea Stage unter anderem im bundesweiten Netzwerk Feuerwehrfrauen e.V..

Über ihre Arbeit im Einsatz: "Die Dankbarkeit der Menschen, denen wir geholfen haben, machen diesen Beruf zu etwas ganz Besonderem für mich." Ein Glücksmoment ist ihr besonders in Erinnerung geblieben. Dabei begann das Ereignis mit einer schrecklichen Nachricht: Als Stage mit der Mannschaft am Einsatzort ankam, erfuhr sie, dass sich noch der kleine Enkel der Familie in dem brennenden Haus befand - und die Katze. "Ich bin mit meinem Kollegen dann in das Feuer, gemeinsam haben wir fast in kompletter Dunkelheit die Räume nach den Vermissten abgetastet. Plötzlich rief mein Kollege: 'Ich hab das Kind!'. In dem Moment spürte ich etwas Plüschiges unter meinen Händen und rief zurück: 'Und ich die Katze!'." Den Augenblick, als sie Kind und Katze der Familie zurück geben konnten, wird sie nie vergessen.

Was ihr Kraft gibt: Seit ihrem Berufsbeginn hat Andrea Stage nun schon einige Leben gerettet. Doch nicht alle Schicksale gehen gut aus. Wenn ihre Arbeit sie sehr belastet, kann Andrea Stage darüber mit ihrer Familie sprechen. Diese ist bereits durch den Vater Feuerwehr-erprobt. Auch Stages Freund, mit dem sie eine kleine Tochter hat, kann ihre Sorgen nachvollziehen: Er ist Polizist.

Text: Teresa Pfützner
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