Erstes Baby aus Gebärmutter hirntoter Frau geboren

Eine Brasilianerin ist verstorben, ihre Gebärmutter spendete sie einer Frau mit Kinderwunsch. Monate später wurde diese schwanger und gebar ein kerngesundes Baby. Hoffnung für unfruchtbare Paare mit Kinderwunsch?

Künstliche Befruchtung, Leihmutterschaft, Gebärmuttertransplantation lebender Frauen: Unfruchtbare Paare mit Kinderwunsch haben heutzutage eine Vielzahl von Möglichkeiten, ein Baby zu bekommen. Inzwischen kommt etwa jedes hundertste Kind in Deutschland nach einer Befruchtung im Reagenzglas zur Welt, wie das Berlin Institut für Bevölkerung und Entwicklung berichtet.

Liegt die Unfähigkeit zur Schwangerschaft an einer Fehlfunktion der eigenen Gebärmutter, kann eine Transplantation helfen. Erstmalig wurde eine Gebärmuttertransplantation 2013 in Schweden durchgeführt. Es folgten 38 solcher Eingriffe – elf Kinder haben auf diese Weise das Licht der Welt erblickt. Was alle Gebärmuttertransplantationen gemeinsam hatten: Die Organe wurden lebenden Frauen entnommen. Sei es, weil die Spenderinnen felsenfest entschlossen waren, niemals Kinder bekommen zu wollen, weil sie schon die gewünschte Anzahl eigener Kinder zur Welt gebracht haben oder weil sie den Uterus einfach nicht mehr benötigen, weil er nach den Wechseljahren keine Funktion mehr erfüllt. 

Diese Transplantation ist weltweit einzigartig

Im brasilianischen Hospital das Clínicas (University of São Paulo) ist nun eine weitere Gebärmuttertransplantation geglückt, die weltweit einmalig ist – bislang. Eine 45-jährige Mutter dreier Kinder war an einem Schlaganfall gestorben. Als ihr Hirntod festgestellt wurde, entnahmen Ärzte ihre Gebärmutter und transplantierten sie einer 32-jährigen Frau mit Kinderwunsch. Diese Frau litt am Mayer-Rokitansky-Küster-Hauser-Syndrom, einer angeborenen Fehlbildung der Gebärmutter. 

Schon fünf Monate nach dem rund zehnstündigen Eingriff (2016) entwickelte die Frau einen regelmäßigen Zyklus. Zwei Monate später implantierten Ärzte ihre eigenen bereits eingefrorenen befruchteten Eizellen. Zehn Tage später wurde sie schwanger.

Gespendete Gebärmutter wieder entnommen

Per Kaiserschnitt brachte sie in der 36. Schwangerschaftswoche, am 15. Dezember 2017, ein Mädchen zur Welt: 45 Zentimeter groß, 2250 kg schwer – und kerngesund. Sobald das Baby geboren war, wurde der Mutter die gespendete Gebärmutter wieder entfernt. Denn je kürzer ein fremdes Organ im eigenen Körper verweilt, desto geringer ist die Gefahr, dass es vom Immunsystem abgestoßen wird. Über die im Sommer 2017 erfolgte Geburt berichteten die brasilianischen Ärzte nun im Fachmagazin The Lancet.

Dieser Fall birgt Hoffnung für Frauen, deren Gebärmutter fehlgebildet ist oder die sie etwa durch Unfall oder Krankheit verloren haben. Weltweit sind viel mehr Menschen dazu bereit, ihre Organe nach dem Tod zu spenden als lebend. "Das bietet damit viel größeres Potenzial", erklärt Dani Ejzenberg, Gynäkologe am Hospital das Clínicas in São Paulo.

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kao

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