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Komplett gegensätzlich So unterschiedlich wählten die Generationen bei der Bundestagswahl

Die Wahlergebnisse zeigen klare Unterschiede zwischen den Generationen.
Die Wahlergebnisse zeigen klare Unterschiede zwischen den Generationen.
© Bihlmayer Fotografie / Shutterstock
Die Würfel für die Bundestagswahl 2021 sind gefallen. Jetzt ist es Aufgabe der Parteien, sie in die richtige Reihenfolge zu legen, um Koalitionen zu bilden, die den Willen der Wähler:innen entsprechen. Eines fällt dabei auf: Es gibt einen großen Unterschied zwischen Jung und Alt, was die Zukunftsausrichtung der Regierung betrifft.

Während die Generation über 70 Jahre eher ein solides "weiter so" die Union bevorzugt, fordern die jungen Erwachsenen unter 25 Jahren eine komplette Neuausrichtung der Regierung mit den Grünen und der FDP, das geht aus den Umfrageergebnissen von Infratest dimap für die ARD hervor.

Junge Menschen sehen die Grüne und die FDP an der Spitze der Regierung

Auch unter den Erstwählenden ist deutlich zu erkennen, dass weder Union noch SPD an der Spitze gesehen werden. Unter ihnen sind die Stimmen zwischen Grüne und FDP gleich verteilt.

Ein Blick in die Aufstellung nach Alter je Partei zeigt, dass bei der Union und der SPD die Stimmen mit jeder Altersstufe zunehmen. Bei der AfD ist ein bauchiger Ausschlag zu erkennen, die meisten Stimmen holten sie in der Altersstufe zwischen 35 und 44 Jahren. Die Grüne und auch die FDP sind besonders bei jungen Wähler:innen beliebt, die meisten Stimmen holten beide Parteien bei den 18 bis 24-Jährigen.

Das Wahlergebnis spiegelt die Bevölkerung: Mehr ältere Menschen, weniger junge

Zieht man jetzt eine Grenze bei 60 Jahren, zeigt sich noch immer eine deutliche Diskrepanz. Über 60-Jährige wählten bevorzugt SPD und Union. Wähler:innen unter 60 Jahren stimmten zu 21 Prozent für die SPD, der zweite Platz ist aufgeteilt zwischen Union und Grüne mit jeweils 18 Prozent.

Dieses Wahlergebnis spiegelt die aktuelle Verteilung der Altersstufen an der Gesamtbevölkerung wider. Die Gruppe zwischen 15 und 24 Jahren war noch nie so klein wie jetzt. Die Bevölkerung wird immer älter und nur wenige kommen nach. Gerade in den sehr betagten Altersstufen steigt die Anzahl. Im Jahr 2020 war es ein Plus von 4,5 Prozent der über 80-Jährigen. Knapp ein Drittel der deutschen Bevölkerung ist über 60 Jahre alt.

Neue Koalition: An den Grünen und der FDP kommen SPD und Union nicht vorbei

Schon auf der großen "Fridays for Future" Demonstration am Freitag vor den Wahlen, waren einige Schilder zu sehen, auf denen stand: "Wählt für die Zukunft eurer Kinder.“ Die Wahlergebnisse haben gezeigt, dass ein "weiter so" von den meisten nicht mehr akzeptiert wird. Die Union hat mit einem historisch schlechten Ergebnis abgeschnitten und die Grünen standen noch nie so gut da wie jetzt. Doch reicht das?

Ob Union oder SPD, an den Grünen und der FDP kommt bei der Koalitionsbildung keiner der beiden Größen mehr vorbei. FDP-Chef Christian Lindner sagte noch am selben Abend, dass es vielleicht sinnvoller wäre, wenn zunächst Grüne und FDP in die Verhandlungen gehen und dann zusammen entscheiden, mit wem sie die kommenden vier Jahre regieren wollen.

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Schaut man auf die Wahlergebnisse der jungen Leute, scheint die Koalitionsbildung schon entschieden. Auf Platz eins landeten die Grünen mit 23 Prozent, auf Platz zwei, die FDP mit 21 Prozent und auf dem dritten Platz die SPD mit 15 Prozent.

Das vorläufige Gesamtergebnis der Bundestagswahl 2021 beläuft sich auf 24,1 Prozent für die Union, Spitzenreiter ist die SPD mit 25,7 Prozent. Die Grüne folgt mit 14,8 Prozent, die FDP erhält 11,5 Prozent der Stimmen, die AfD liegt 10,3 Prozent und Die Linke bei 4,1 Prozent. Insgesamt 8,1 Prozent haben andere Parteien gewählt.

Verwendete Quellen: Tagesschau.de, destatis.de

slr Brigitte

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