Caren Miosga: Die neue "Miss Tagesthemen"

Diese Woche gab die ARD die Nachfolgerin von Anne Will bekannt: Ab dem Sommer 2007 wird Caren Miosga die "Tagesthemen" im Wechsel mit Tom Buhrow moderieren. Wer stellen Ihnen das neue Gesicht der Nachrichten vor.

CAREN MIOSGA IST ...

... zielstrebig: Caren wer? Für viele kam die Nominierung der 37-Jährigen aus Niedersachsen überraschend. Bisher hatte die ARD die talentierte Journalistin im quotenarmen Spät- und Kulturprogramm versteckt. Dabei ist Miosga alles andere als ein Niemand in den Medien. Schritt für Schritt arbeitete sich die Historikerin und Slawistin von der freien Mitarbeit beim Privat-Radio bis zur eigenen Sendung bei den Öffentlich-Rechtlichen empor. Zuletzt moderierte sie das Kulturmagazin "Titel, Thesen, Temperamente", bei der ihr das Kunststück gelang, die oft sehr unterschiedlichen Beiträge aus den sechs Landessendern der ARD elegant unter einen Hut zu bringen.

... selbstbewusst: Dass ihr nun mit der "Tagesthemen"-Moderation quasi die Fernseh-Krone aufgesetzt wurde, empfindet die Wahlhamburgerin "als großes Kompliment" und "eine große Herausforderung". Gleichzeitig zweifelt sie nicht daran, für den Job geeignet zu sein. So sei es keinesfalls hinderlich, dass sie bisher nur im Kulturbereich gearbeitet habe - im Gegenteil: "Kultur findet für mich nicht nur in abgeschlossenen Konzertsälen statt, sondern mitten im Leben, und dazu gehört schließlich auch die Politik."

... streitbar: Als Miosga einmal gefragt wurde, warum sie den Job bei "Titel, Thesen, Temperamente" bekommen habe, meinte sie: "Man wollte nicht bloß eine Ansagerin, sondern jemanden, der die Beiträge einordnen kann und unter Umständen auch eine eigene Meinung zu den Themen hat." Zwar wird sie als Tagesthemen-Sprecherin auf Neutralität getrimmt. Bestimmt wird sie dennoch in Interviews ihre Schlagfertigkeit einsetzen.

... natürlich: Überdrehte Moderatoren mit eintätowiertem Lächeln - für Caren Miosga ein Gräuel. "Ich finde das scheußlich und glaube nicht, dass es einem der Zuschauer abnimmt, wenn man sich anders präsentiert, als es einem entspricht", sagte sie der Frankfurter Rundschau. Sie versuche daher, sich vor der Kamera "so normal wie möglich" zu verhalten. Mit Erfolg: Sprechtrainer Michael Rossié lobte sie im Stern als die einzige Moderatorin, die seiner Meinung nach perfekt vom Teleprompter abliest, ohne dabei verkrampft zu wirken.

... humorvoll: Fans von Anne Wills ironisch hochgezogener Augenbraue werden von ihrer Nachfolgerin nicht enttäuscht sein. Auch Miosga versteht es, sehr charmant den Schalk aufblitzen zu lassen. Dabei ist sie durchaus selbstironisch: Als sie einmal gefragt wurde, ob sie eitel sei, antwortete sie rundheraus: "Na das ist doch jeder, der Fernsehen macht."

... Mutter: Kind und Karriere lassen sich vereinbaren, das steht für Caren Miosga außer Frage. Die Mediensendung "Zapp" moderierte sie 2005 mit Babybauch und bald nach der Geburt stand sie wieder vor der Kamera. Auch bei der ARD stört sich niemand an der Doppelrolle der neuen Tagesthemen-Sprecherin - passenderweise startet der Sender am 14. April die Themenwoche "Kinder sind Zukunft".

Text: Michèle Rothenberg

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