Proteste gegen "Germany's Next Topmodel"

Vor dem Finale von "Germany's Next Topmodel" protestierte die Initiative Pinkstinks in Köln gegen Heidi Klums Castingshow. Das Motto: "Einfach top, ohne Model".

15.000 Fans, die meisten davon weiblich, strömten am Donnerstag in die Kölner Lanxess-Arena, um live beim Finale von "Germany's Next Topmodel" dabei zu sein. Angeblich waren die Karten noch nie so schnell ausverkauft wie in diesem Jahr. Was den Fernsehsender freut, ist für Kritiker der Sendung der Horror. Stevie Schmiedel, Chefin der Initiative Pinkstinks protestierte gestern mit vielen anderen in Köln gegen die Castingshow von Heidi Klum. Für sie fördert die Sendung Essstörungen und Selbsthass bei jungen Mädchen. Wir haben nach der Demonstration mit ihr gesprochen.

BRIGITTE: Was haben die Produzenten von "Germany's Next Topmodel" denn zu Ihrer Aktion gesagt?

Stevie Schmiedel: Die Leute von Pro7 haben angeblich nur milde gelächelt und gemeint: 'Man sieht ja, die Lanxess Arena ist gefüllt.' Nach dem Motto: Die Mädchen wollen das ja. Als wäre das Argument genug!

Trotzdem haben Sie, bevor die Show losging, am Kölner Dom dagegen Stimmung gemacht. Wie war's?

Wunderbar. Obwohl es teils in Strömen geregnet hat, haben 300 Leute auf uns gewartet, in Kostümen, mit lustigen Schildern wie "Heidi, ich habe heute kein Foto für dich" und etlichen Luftballons mit unserem Slogan "Einfach top, ohne Model". Es waren tolle Frauen da, wie DJane Franca oder eine Hip-Hop-Gruppe. Wir haben richtig bunt und cool gefeiert!

Inwiefern ist das ein Protest gegen die Topmodel-Show?

Indem wir gezeigt haben, dass es auch tolle Mädchen gibt, die GNTM nicht hinterher vipern, die sich nicht vorschreiben lassen wollen, wie sie zu sein haben. Und indem wir jungen Menschen demonstrieren, wir sind da und machen tolle Dinge für Euch.

Aber bringt das wirklich was?

Ja, viele Mädchen, aber auch junge Männer kamen auf uns zu und meinten: Danke, dass ihr ein Zeichen setzt. Dafür, dass Frauen auch andere Interessen haben als Schön-Sein. Ehrenamtliche haben Flyer verteilt an Leute, die noch nicht wussten, dass es einen organisierten Protest gegen das gängige Frauenbild in den Medien gibt. Wir haben von der Aktion auch ein Video gedreht, das Frauen zeigt, die genauso viel Kraft ausstrahlen wie ein Model mit Victoria's-Secret-Blick. Es wird den Bildern magerer Models ein anderes, ebenso starkes Bild entgegensetzen. Aber allein, wenn es den 500 Leuten, die wir vor Ort erreicht haben, was bringt, wenn die Spaß hatten, ist das schon toll.

Haben Passanten auch gemeckert?

Ein paar haben verständnislos geguckt, die meisten fanden es gut. Nur eine Frau meinte zu einem Mädchen: 'Du bist doch total hübsch, was machst du denn hier?' Das hat doch damit nichts zu tun! Außerdem, weiß die Frau, wie es in dem Mädchen aussieht? Das Mädchen hat als Antwort jedenfalls nur schallend gelacht. Und so ein Lachen macht mir dann immer Freude und Mut, genau so weiterzumachen.

Video zur Demo mit einem Song der Rapperin Sookee

Petition fordert von Heidi Klum, über Magersucht aufzuklären

Für Wirbel sorgte auch eine Unterschriftenaktion der 20-jährigen Laura Pape. Pape hat ein Buch über ihre Magersucht geschrieben und bezeichnet sich selbst als Teil der "Generation Germany's Next Topmodel". In ihrer Petition forderte sie Heidi Klum auf, in ihrer Sendung auf Essstörungen und die gefährlichen Folgen aufmerksam zu machen. "Es gibt natürlich einen Zusammenhang zwischen dem, was wir täglich im TV oder in Zeitungen sehen und unserem eigenen Körpergefühl." Zwar baute Pro7 daraufhin tatsächlich einen Link zu einer Beratungsseite über Magersucht auf die Topmodels-Homepage. Aber Heidi Klum selbst konnte Pape offenbar nicht überzeugen. Auf einer Pressekonferenz vor dem Showfinale giftete sie laut Köln.de: "Ist die Frau, die auf meine Kosten ihr Buch vermarkten will, unter uns?"

Interview: Christine Ritzenhoff miro

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