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Cell Broadcast System Wieso du die nächsten Tage eine Warnung aufs Handy bekommst

Eine Frau schaut auf ihr Handy
© leungchopan / Adobe Stock
Deutschland möchte ein flächendeckendes Warnsystem, das sogenannte Cell Broadcast, einführen. In den kommenden Tagen werden Handybesitzer:innen deshalb auf den Service aufmerksam gemacht.

Eine SMS aus heiterem Himmel und dann nicht einmal von einem Kontakt aus der eigenen Liste? Das kann sich ganz schön unangenehm anfühlen, muss es aber in diesem Fall nicht. Das neue Warnsystem soll bald schon deutschlandweit für mehr Sicherheit sorgen und bei Katastrophenfällen Anwendung finden. Wie das funktioniert und was du sonst wissen musst, erklären wir dir hier.

Alle Handynutzer:innen in Deutschland bekommen die Nachricht

Die Mobilfunkprovider Vodafone, Deutsche Telekom und Telefónica (O2) werden in den kommenden Tagen an alle Besitzer:innen von Mobiltelefonen eine SMS senden. Erst einmal gehe es dabei nur um eine Ankündigung zur Vorbereitung auf den eigentlichen Test, so die Tagesschau. Der bundesweite Test, der in allen 294 Landkreisen und 106 kreisfreien Städten durchgeführt werden soll, finde nämlich erst am bundesweiten Warntag, den 8. Dezember, statt.

Menschen müssen nichts weiter tun

Bei dem Cell Broadcast System muss keine App heruntergeladen werden. Es bedarf also keiner Vorbereitung von deiner Seite. Anders als bei einer SMS werden bei einer Cell Broadcast Warnung alle empfangsbereiten Geräte in einer Funkzelle adressiert, ähnlich wie beim Radioempfang, erklärt Mobilfunkprovider Vodafone in einer Mitteilung. Die Nachricht erscheint dann direkt auf dem Startbildschirm, je nach Warnstufe zusammen mit einem lauten Tonsignal.

So werden Nutzer:innen auf jeden Fall auf eine Warnung wie ein Unwetter, Feuer oder einer Naturkatastrophe aufmerksam und können sich entsprechend verhalten. Zusätzlich können auch Infos für Bürger:innen oder Links zu detaillierteren Informationen mitgeschickt werden. Ein weiteres Plus: lokale Funkzellen für begrenzte Mitteilungen sind ebenfalls möglich, die so nur ein bestimmtes Gebiet erreichen.

Flutkatastrophe war Grund für die Einführung

In anderen EU-Staaten ist Cell Broadcast bereits im Einsatz. Die heftigen Unwetter in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz im Juli 2021, bei dem zahlreiche Menschen zu Tode kamen, seien nun der Anlass für eine Einführung in Deutschland gewesen, so die Tagesschau. Denn Sirenen und Warnapps hätten die Bevölkerung im Katastrophenfall nicht ausreichend gewarnt.

Am bundesweiten Warntag am 8. Dezember soll nun ein Warnsignal der höchsten Warnstufe vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BKK) an kompatible Mobiltelefone (Smartphone und konventionelles Handy) ausgesendet werden. Solche Meldungen der höchsten Stufe können von den Nutzer:innen nicht ausgeschaltet werden. Wie die Tagesschau berichtet, seien für das Warnsystem beim iPhone von Apple die Betriebssystemversionen iOS 16, 15.7.1 und 15.6.1 notwendig. Geräte mit dem Google-Betriebssystem Android seien ab Version 11 kompatibel.

Das System ist allerdings noch in der Erprobungsphase, wie das BKK mitteilt. Die Einführung sei noch nicht komplett abgeschlossen und noch kein vollständiger Wirkbetrieb vorgesehen. Damit dieser rechtzeitig starten kann, würden die beteiligten Akteure nun die notwendigen Anwendungen sowie technische Einrichtungen für den Einsatz weiter ausbauen. Der Warnkanal Cell Broadcast soll letztlich Ende Februar 2023 für die warnenden Stellen im Modularen Warnsystem des Bundes (MoWaS) freigeschaltet werden.

Verwendete Quelle: Tagesschau.de, vodafone.de, Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

lkl Brigitte

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