Warum helfende Menschen die glücklicheren Menschen sind

Gutes tun tut gut! Und zwar nicht nur anderen, sondern auch euch. Fünf Gründe.

Ja, es gibt sie, diese Miesepeter, die sich über "Gutmenschen" lustig machen und sich vor allem um ihr eigenes Ego kümmern. Aber lasst die ruhig meckern und ärgert euch nicht - mit ihrer Haltung schaden sie nämlich am Ende nur sich selbst.

Denn: Wer Gutes tut - sei es durch Spenden, Freiwilligenarbeit oder auch einfach nur durch kleine Aufmerksamkeiten im Alltag - macht nicht nur andere glücklich, sondern auch sich selbst.

1. Tägliche gute Taten machen glücklicher als die großen Ziele.

Was macht uns wirklich glücklich? Ein toller Job? Ein Baby? Ein Haus? Der Mensch neigt dazu, den großen Zielen hinterher zu laufen, in der Hoffnung, dann glücklicher zu werden. Klappt ja auch oft, aber eine Studie der University of California hat ergeben, dass man sich nach dem Erreichen des Ziels schnell an die neue Situation gewöhnt und die Glücksgefühle nachlassen.

Viel wichtiger sei das tägliche Verhalten eines Menschen - denn das sei zu 40 Prozent für unser Glück verantwortlich (den Rest bestimmen die Gene, daran können wir also ohnehin nichts ändern).

Ein Experiment mit Studenten, die gebeten wurden, sechs Wochen lang verschiedene gute Taten zu erfüllen (von der Spende an Obdachlose bis zum Besuch der Oma im Altersheim) zeigt: Die Probanden waren in der Zeit insgesamt zufriedener. Wer sich vorbildlich und sozial verhält, kann sich also ganz einfach seinen persönlichen Glücks-Boost verschaffen.

2. Gutes tun ist gut fürs Ego.

Warum fühlen wir uns glücklicher, wenn wir Gutes tun? Die US-Psychologin Sonja Lyubomirsky hat mehrere Studien dazu durchgeführt und kommt zum Schluss: "Wenn man sich anderen gegenüber freundlich und großzügig verhält, dann betrachtet man sich schließlich selbst als eine großzügige Person - es ist also gut für die Selbstwahrnehmung." Außerdem habe man insgesamt eine positivere Sicht auf die Welt - auch die Taten anderer nehme man als wohltätiger wahr, wenn man selbst Gutes tue.

3. Wer Gutes tut, hat mehr soziale Kontakte.

Einer der bekanntesten Geizhälse ist Ebenezer Scrooge aus der Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens. Keiner mag den unfreundlichen Knochen, der den Ärmsten das Geld aus den Taschen zieht. Und so ist es auch im echten Leben: Soziale Kälte macht einsam. Wenn du hingegen anderen hilfst, lernst du schneller neue Leute kennen, die vielleicht sogar zu Freunden werden. "Und weil sich diese Menschen an deine Hilfsbereitschaft erinnern werden, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass dir selbst geholfen wird, wenn du es brauchst", sagt Professor Sonja Lyubomirsky. Willkommen im wohligen Nest der Nächstenliebe!

4. Gutes tun reduziert Stress.

Die Psychologinnen Tristen Inagaki und Naomi Eisenberger von der University of California haben untersucht, was in unserem Kopf passiert, wenn wir andere unterstützen. In einem Experiment untersuchten sie Paare mittels Magnetresonanztomografie. Die Frau lag im Scanner, während ihr Partner draußen Elektroschocks über sich ergehen lassen musste. Ein Teil der Frauen durfte währenddessen den Arm des Partners halten. Die anderen durften den Mann nicht berühren und mussten seinen Schmerz so mit ansehen.

Das Ergebnis: Bei den Frauen, die helfen durften, wurde das Belohnungszentrum im Gehirn angeregt - das Gleiche, das das wohlige Gefühl beim Sex oder dem Genuss von Schokolade erzeugt. Außerdem war der Bereich aktiv, der für die Verringerung von Stress sorgt. Helfen ist also doppelt gut!

5. Gutes tun ist gut für unser Land.

Der "World Giving Index" untersucht jedes Jahr, wie großzügig die Menschen in den Ländern der Welt sind. Und auch hier stellten die Forscher fest: In Ländern, in denen besonders viele großzügige Taten gemacht werden, sind die Menschen insgesamt glücklicher - was gut für die Gesellschaft ist.

Die großzügigsten Länder 2014 waren übrigens die USA und Myanmar. Der Spitzenwert von Myanmar ist vor allem auf den Buddhismus zurückzuführen, in dem wohltätige Spenden einen hohen Stellenwert haben.

Deutschland lag 2014 recht weit hinten auf Platz 28 - doch man darf annehmen, dass es nach dem großen Engagement für Flüchtlinge in 2015 einen gewaltigen Satz nach oben macht.

Für das Ranking der Länder wird ausgewertet, wie oft die Befragten im letzten Monat an eine wohltätige Organisation gespendet haben, ob sie ehrenamtliche Arbeit geleistet haben und ob sie einem Fremden geholfen haben.

Das gesamte Ranking 2014 findet ihr hier.

miro
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