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Kellogg's, Coca-Cola und Co. Preiskrieg: Diese Produkte sind aus den Supermarktregalen geflogen

Kellogg's, Coca-Cola und Co.: Preiskrieg: Diese Produkte sind aus den Supermarktregalen geflogen
© Piman Khrutmuang / Adobe Stock
Nicht nur die Kund:innen haben aktuell mit steigenden Preisen zu tun – zwischen Supermarktketten und Lebensmittelkonzernen tobt ebenfalls ein Preiskampf. Das Resultat: Coca-Cola, Kellogg’s und Co. fliegen bei einigen Supermärkten aus den Regalen.

Die Lebensmittelhersteller kämpfen aktuell mit horrenden Preisen für Energie und Rohstoffe. Um diese Kosten wieder aufzufangen, wurden die Preise für die Endprodukte drastisch erhöht. Die neuen Preise wollen allerdings nicht alle Supermarktketten akzeptieren. Die Folge des Preisstreits: Rewe, Edeka, Lidl, Aldi und Co. schmeißen einige beliebte Produkte aus dem Sortiment, so das "Handelsblatt".

Christoph Minhoff vom Bundesverband der Ernährungswirtschaft zeichnete gegenüber der Wirtschaftszeitung ein düsteres Bild: "Die Lage der Branche ist kritisch bis katastrophal." Die Supermarktketten werfen den Mega-Konzernen vor, nur auf den Zug der Inflation aufzuspringen, um die teilweise bereits im vergangenen Jahr gestiegenen Margen noch einmal zu erhöhen.

Markenprodukte verschwinden aus Sortiment: Um diese Marken und diese Streitigkeiten geht es

Mars

Aufgrund eines Preisstreits hat der US-Lebensmittelhersteller Mars die Lieferungen an die deutschen Supermarktketten Rewe und Edeka sowie deren Discount-Töchter Penny und Netto eingestellt. Rewe hatte dazu in der vergangenen Woche gesagt, dass man trotz intensiver Verhandlungen keine Basis gefunden habe, die von Mars geforderten Preiserhöhungen zu akzeptieren. Forderungen, die nicht mit den erhöhten Energie- und Rohstoffpreisen zu tun haben, lehne man "strikt ab".

Bei Edeka ist die Lage ähnlich. "Die aktuellen erheblichen Preisforderungen des Herstellers Mars sind aus unserer Sicht sachlich nicht begründet", sagte ein Edeka-Sprecher. Betroffen sind die folgenden Produkte: Schokolade (Snickers, Bounty), Kaugummis (Airwaves), Haustiernahrung von Chappi, Pasta von Miracoli und die Ben’s-Original-Reisgerichte sowie Eis.

Netto hatte nach dem Lieferstopp zu einem medialen Gegenschlag ausgeholt und teilte auf Instagram: "Keine Lust auf Mondpreise von Mars? Dann geh doch zu Netto!" Gleichzeitig bewirbt Netto die Schokoerdnüsse der Eigenmarke als Alternative zu M&M’s von Mars. Edeka schloss sich der Kampagne an.

Von Edeka-Seite hieß es zu den Preiserhöhungen: "Nicht nur Mars, auch viele weitere internationale Markenkonzerne wie Coca-Cola oder Procter&Gamble versuchen aktuell mit überzogenen Preisforderungen auf der Inflationswelle mitzureiten, um ihre Renditen zu steigern. Sie nutzen einseitige Lieferstopps als Druckmittel gegen den Handel", so ein Sprecher.

Ritter Sport

Wer die Ritter-Sport-Tafeln sucht, sollte dafür vorerst nicht bei Kaufland schauen, denn dort gibt es seit Monaten nur noch vereinzelte Sorten. Über einen neuen Vertrag sei man sich nicht einig geworden, so der Leiter für Recht und Öffentlichkeitsarbeit von Ritter Sport, Thomas Seeger, gegenüber dem "Handelsblatt".

Mondelez

Das US-Unternehmen Mondelez stellt unter anderem Milka-Schokolade, Miracel-Whip-Mayonnaise und Philadelphia-Frischkäse her. Laut Informationen des "Handelsblatts" wurden die Lieferungen an Edeka jetzt eingestellt, nachdem die Supermarktkette eine mit den erhöhten Rohstoffpreisen begründete Preiserhöhung abgelehnt hatte.

Coca-Cola

Der Preiskampf zwischen dem Megakonzern Coca-Cola und Edeka wird mittlerweile sogar vor Gericht ausgefochten. Nachdem der Getränkekonzern die Preiserhöhung angekündigt hatte, weigerte sich Edeka, diese "einseitig verkündete" Anpassung mitzutragen. Das Landgericht Hamburg entschied Anfang September, dass der US-Konzern die Edeka-Filialen wieder zu dem im Jahr 2022 vereinbarten Höchsteinkaufspreisen beliefern muss – wie lange das anhält, ist allerdings unklar.

Coca-Cola sei für Edeka ein wichtiger Frequenzbringer, so das "Handelsblatt". Unter Frequenzbringern werden Artikel verstanden, die zu einen günstigeren Preis angeboten werden können und die häufig in Zusammenhang mit weiteren Produkten gekauft werden. Bei Coca-Cola sind das laut Ermittlungen der Preistransparenz-App Smhaggle etwa die Marken Maggi, Haribo oder Funny-Frisch.

Pepsi

Wenn nicht Coca-Cola, dann vielleicht Pepsi? Doch auch bei dem größten Brausekonkurrenten gibt es Probleme. Zuletzt gingen Aldi Nord und Pepsi ohne Einigung auseinander. Eine angekündigte Preiserhöhung des US-Riesen Pepsico wollte der Discounter nicht akzeptieren. Bereits im September wurden die Bestände knapp. Zuvor hatte sich Pepsico auch mit Edeka aufgrund der Preise gestritten – über Monate gab es die Getränke nicht in den Edeka-Filialen zu kaufen.

Jacobs Kaffee

Kaffeeliebhaber:innen aufgepasst! Bei Rewe könnt ihr laut "Handelsblatt" aktuell keinen Kaffee der Marken Jacobs, Senseo, Maxwell House, Tassimo und Café Hag kaufen. "Wir haben unsere Lieferungen an Rewe vorübergehend ausgesetzt, befinden uns aber in konstruktiven Gesprächen", teilte der Hersteller auf Anfrage der Zeitung mit. Jacobs Douwe Egberts (JDE) ist nach Nestlé der zweitgrößte Kaffeekonzern der Welt.

Kellogg’s

Nicht nur beim morgendlichen Kaffee sollte man aktuell darauf achten, wo man einkauft, auch bei den Frühstücksflocken. Denn zwischen Rewe und Kellogg’s gibt es ebenfalls Knatsch. Corn Flakes, Froot Loops und Co. sind aus dem Sortiment geflogen, so ein Sprecher gegenüber dem "Handelsblatt". Der Grund: eine Preiserhöhung von fast 30 Prozent bei den beiderseitigen Verhandlungen. Rewe setzt jetzt auf Cornflakes oder Frosties der Eigenmarke Ja!

Verwendete Quellen: handelsblatt.com, xing.com, rnd.de

slr Brigitte

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