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Italien Zweijähriger wartet auf Herz-OP – doch Eltern lehnen Bluttransfusion von geimpften Spendern ab

Corona: Die Hände von Mutter und Kind halten sich, Kind liegt im Krankenhaus
© Beenicebeelove / Shutterstock
In Norditalien wartet ein kleiner Junge auf eine lebensrettende Operation. Doch die verzögert sich, weil seine Eltern derzeit gegen das Krankenhaus vor Gericht ziehen. Sie fordern Blutkonserven von Spendern, die nicht gegen Corona geimpft sind.

Ein Fall sorgt in Italien für Aufsehen: In Bologna wartet ein zweijähriger Junge auf eine lebenswichtige Herz-Operation. Die Ärzte einer darauf spezialisierten Klinik sind auch bereit, diese durchzuführen – doch im Rahmen der OP bräuchte das Kind Blut-Transfusionen. Und die Eltern des Zweijährigen wollen nicht, dass er das Blut von Spendern erhält, die gegen Corona geimpft sind. Die Ärzte drängten allerdings auf die Operation, da es um das Überleben des Jungen ginge. Weil keine Einigung erzielt werden konnte, landete der Fall schließlich vor Gericht.

Die Familie begründete ihre Vorbehalte mit "religiösen Gründen", allerdings ist nicht näher bekannt, um welche Glaubensrichtung es dabei geht. Bei den Zeugen Jehovas werden Bluttransfusionen häufig generell abgelehnt, allerdings ohne den Impfstatus der Spender dabei in Betracht zu ziehen. Dass andere relevante religiöse Gruppen ein Problem mit der Impfung haben, ist derzeit nicht bekannt.

Wegen Corona-Impfung: Eltern lehnen Blutspender ab

Die Familie des Jungen wollte dem behandelnden Krankenhaus verbieten, die Operation mit gewöhnlichen Blutkonserven durchzuführen, wodurch sich der wichtige Eingriff verzögerte. Der Kindsvater fragte anschließend in einschlägigen Telegram-Chats nach ungeimpften Freiwilligen, die seinem Sohn Blut spenden würden. Das Krankenhaus lehnte dies jedoch ab und legte dar, dass die regulär vorhandenen Blutkonserven absolut sicher und unproblematisch seien. "Die Auswahl unterliegt Kompatibilitätskriterien und nicht Gehirngespinsten. Das Blut ungeimpfter Menschen zu nutzen, bietet keinerlei wissenschaftlichen Vorzug, da die Impfung nicht über das Blut weitergegeben wird", stellte ein Arzt klar.

Und das Gericht bestätigte dies nun – eine Niederlage für die Eltern. Ob der Zweijährige aber nun endlich die rettende Operation erhalten kann, ist fraglich. Denn seine Familie hat die Option, Revision gegen das Urteil einzulegen und denkt, ihrem Anwalt zufolge derzeit noch darüber nach, dies auch zu tun.

Quellen: "RND",  "The Independent"

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei stern.de.

wt/stern

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