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Corona-Blues 2021 ist da – und was jetzt?

Corona-Blues: Frau am Steg
© FotoDuets / Shutterstock
Es ist Januar 2021. Und irgendwie fühlt sich alles so leer und trostlos an. Unsere Autorin spürt eine Art von Hilflosigkeit. Hier verrät sie, was ihr hilft, durch diese Zeit zu kommen.

2020, das "Corona-Jahr", haben wir hinter uns gelassen. Und es scheint, als würden die diffusen Wünsche für 2021 nach einem besseren neuen Jahr derzeit bewusst oder unbewusst überprüft. Ich spüre bei mir und vielen Freundinnen, die ich seit der Jahreswende beim Spaziergehen oder am Telefon gesprochen habe, eine gewisse Art von Enttäuschung und Ungeduld. Im Raum steht bei allen die Frage: "Und jetzt?"

Natürlich ist der alljährliche Wunsch nach einem Neubeginn an Silvester unrealistisch. Das weiß ich, und dennoch war da dieser kleine Funken Hoffnung, dass es im neuen Jahr besser oder zumindest anders wird. Diesen Wunsch habe ich beim letzten Jahreswechsel auch in meinem Umfeld ganz deutlich wahrgenommen. Doch alles, was bleibt, ist Katerstimmung.

Es geht weiter wie im letzten Jahr: In den Impfdiskussionen wird über schleppende Erfolge geklagt, der Lockdown wurde verlängert, die Maßnahmen werden sogar noch verschärft. Das ist alles nachvollziehbar, geht aber mit weiteren Einschränkungen einher, die uns bereits 2020 abverlangt wurden. Und im Gegensatz zum ersten Lockdown im Frühjahr ist es jetzt draußen grau, und der Januar ohne einen einzigen Feiertag erscheint endlos.

Nicht aktiv etwas zur Lösung des Problems beitragen zu können, lässt in mir eine bisher unbekannte Form der Hilflosigkeit aufkommen. Meine Unbeschwertheit und Spontanität sind wie weggeblasen. Nach zehn Monaten im Homeoffice fehlt mir das Zusammensein mit anderen, mit Kolleg*innen, Freund*innen und Familie. Im Gegensatz zu vielen Kolleg*innen, die ihre Kinder im Home-Schooling oder in einer Zeit ohne Kita beschäftigen müssen, wirft mich diese Isolation zunehmend auf mich zurück. Durch die lange anhaltenden Einschränkungen tragen wir alle mehr und neue Aufgaben auf unseren Schultern und das verlangt uns permanenteAnpassungsfähigkeit ab. Das kostet Kraft und ich merke, dass es mich momentan ungewohnt viel Energie kostet, mich selbst zu motivieren.

Kleine tägliche Lichtblicke helfen mir dabei. Ich freue mich über den ersten Schnee, die aufgehende Knospe meiner Amaryllis, den Hauch Sonne am Wochenende oder den Spaziergang durch unbekannte Straßen meiner Stadt. Diese kleinen Dinge groß werden zu lassen, tut mir gut. Ich plane jetzt auch immer nur für einen oder zwei Tage im Voraus. Das hilft mir, diese anspruchsvolle Phase überschaubar zu machen. Solange, bis meine Wünsche nach einem besseren 2021 erfüllt werden.


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