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1,5 Meter Abstand – was bitte ist daran so schwer zu verstehen?

Abstandsmarkierungen aufgrund der Coronakrise
© GarethWilley / Shutterstock
In der Coronakrise gilt: Mindestens 1,5 Meter Abstand zu den Mitmenschen halten. Doch einige scheinen regelrecht drauf zu pfeiffen. Unsere Autorin muss mal eben Dampf ablassen.

Ich verstehe es einfach nicht. Alle reden überall seit Wochen über die Maßnahmen, die für die Eindämmung der Ausbreitung des Corona-Virus elementar wichtig sind: Mundschutz an Orten, an denen sich viele Menschen aufhalten und 1,5 Meter Mindestabstand zu anderen Menschen. An diesen Informationen kommt man nicht vorbei, selbst wenn man auf dem Mond wohnen würde.

Und? Es scheint, dass das aber trotzdem viele Menschen generell einfach nicht mitbekommen haben oder es unter bestimmten Bedingungen oder in speziellen Situationen partiell ausblenden können. Zum Beispiel gestern beim Spaziergang an der Alster: Auf dem Weg laufen viele Jogger so dicht vorbei, dass die Freundin, mit der ich unterwegs war, mehrfach am Arm berührt wird. Oder im Supermarkt, wenn sich, während ich darauf warte, dass sich die Kundin vor mir zwischen den Käsesorten entscheidet, der Kunde von rechts dazwischen drängelt, um sich mal schnell seinen Lieblingskäse zu greifen. Der hat mich nicht einmal wahrgenommen, geschweige denn registriert, dass ich gewartet habe.

Ein ähnliches Bild ergibt sich für mich als Radfahrerin im Straßenverkehr. Es wird dicht überholt und an den Ampeln stellen sich andere Radfahrer gerne dicht neben mich. Warum? Gibt es Ausnahmen, von denen ich nichts weiß? Oder ist es selbst jetzt wichtiger, persönlich schnell ans Ziel zu kommen?

Mich nervt es sehr, dass es viele auch in diesen außergewöhnlichen Zeiten der Corona-Krise nicht schaffen, mehr auf die Anderen in ihrer Umgebung zu achten. Dabei muss man dafür gar nicht sensibel sein, sondern einfach nur bis 1,5 Meter denken können. Was ist daran bitte so schwer?  

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