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Häusliche Gewalt: Geheimer Apotheken-Code hilft Frauen in Corona-Zeiten

Corona aktuell, häusliche Gewalt: Frau vor Apotheke
© igorstevanovic / Shutterstock
Zu Corona-Zeiten sollte man besonders sensibilisiert für häusliche Gewalt sein. Jetzt gibt es ein Code-Wort, mit dem Frauen sich in Apotheken Hilfe holen können.

Viel Zeit zu Hause, viel Zeit mit dem Partner, viel Zeit mit der Familie. Meistens sind es Feiertage, die wir mit solchen Situationen assoziieren. Meistens sind diese Phasen begrenzt – und meistens genießen wir sie. Doch für andere Menschen bedeuten sie akute Gefahr. Jede vierte Frau wird oder wurde schon einmal Opfer von Gewalt durch ihren aktuellen oder ehemaligen Partner.

Experten warnen regelmäßig vor einem Anstieg von häuslicher Gewalt. Oft ist dies zu Weihnachten der Fall. Jetzt haben wir es mit einer Situation zu tun, deren Ende nicht abzuschätzen ist: In der Coronakrise verbringen Menschen gezwungenermaßen viel Zeit zu Hause, mit ihrer Familie oder ihrem Lebensgefährten. Doch was, wenn die Bedrohung nicht nur von einem Virus da draußen ausgeht – sondern von dem Menschen, mit dem du ein Sofa teilst?

Häusliche Gewalt zur Coronakrise: Hilfe in der Apotheke

Für diesen Fall haben Apotheken jetzt Maßnahmen ergriffen. Sie sind weiterhin geöffnet – und können damit zur wichtigen Anlaufstelle für Opfer von häuslicher Gewalt werden. Weltweit wird nun über Code-Worte informiert, mit denen Menschen auf ihre Notsituation aufmerksam machen können.

Wer in eine Apotheke geht, bekommt hier aktuell nicht nur Medikamente, sondern auch Hilfe bei häuslicher Gewalt – selbst, wenn man nicht alleine ist. Dafür muss das Codewort "Maske19" bei der Bestellung geäußert werden. In Frankreich und Spanien soll sich der Code bereits herumgesprochen haben. Apotheker*innen sind dazu angehalten, daraufhin die Behörden zu informieren und zu helfen. Nun bleibt zu hoffen, dass sich die Codes auch in Deutschland herumsprechen.

Du bist nicht allein

Frauen, die unter häuslicher Gewalt leiden, sind aktuell in einer Gefahrenzone gefangen. Übliche Überwachungs- und Anlaufstellen, seien es Großeltern, Schulen oder Versammlungen, fallen in der Coronakrise weg. Umso wichtiger ist es für Opfer zu wissen: Sie sind nicht alleine. Auch jetzt gibt es einen Ausweg. Hotels sind angehalten, Betroffenen einen Zufluchtsort zu bieten. Das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen ist unter der 08000 116 016 weiterhin erreichbar. Weitere Hilfe gibt es unter: www.Hilfstelefon.de

verwendete Quellen: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Hilfstelefon, Tagesschau

mjd

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