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Arzt klärt auf So solltest du jetzt mit Erkältungssymptomen umgehen

Corona aktuell: Frau mit Erkältung
© eldar nurkovic / Shutterstock
Wie geht man zu Corona-Zeiten eigentlich mit einer beginnenden Erkältung um? Wie deutet man Symptome richtig? Wir haben bei einem Arzt nachgefragt.

Der Herbst steht bevor. Und während sich um diese Jahreszeit bereits die meisten Menschen ohnehin schon für die Erkältungssaison wappnen, kommt dieses Jahr ein ganz neuer Akteur aufs Spielfeld: Das Coronavirus hält die Welt weiterhin auf Trab – und damit eine weitere Ursache für Krankheitszeichen bereit.

Ein Halskratzen ist in der kalten Jahreszeit normalerweise nichts Ungewöhnliches. Je nach Befinden schleppt man sich bei ersten Erkältungssymptomen noch angeschlagen ins Büro oder aber kuriert sich gleich einige Tage auf der Couch aus. Noch vor einem Jahr war der Umgang mit Schnupfen, Husten und Halsschmerzen weitgehend unkompliziert. Doch dieses Jahr steht bei jedem Symptom eine Frage im Raum: Kann es sich dabei um eine Infektion mit dem Coronavirus handeln? Und wie verhalte ich mich, wenn ich merke, dass ich mir etwas aufgesackt habe?

Bei Corona und Erkältung gilt: Kontakte reduzieren, Abstand halten

Wir haben bei Prof. Dr. Thomas Löscher vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI e.V.) nachgefragt. Er ist der ehem. Direktor der Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin am Klinikum der Universität München (LMU) und stellt vor allem ein paar grundsätzliche Regeln klar: "Bei fieberhaften Erkrankungen (mit oder ohne Erkältungssymptome) sollte man grundsätzlich zu Hause bleiben, um nicht andere bei der Arbeit bzw. in der Schule etc. anzustecken. Das gilt auch außerhalb von Corona-Zeiten!"

Schließlich solle man immer darauf achten, seine Erkrankung nicht zu verbreiten – ob nun Erkältung, Grippe oder Covid-19. Deswegen solle man bestenfalls auch die Einkäufe von jemand anderem erledigen lassen, sobald man Symptome verspürt: "Unbedingt notwendige Besorgungen (zB. Einkaufen für den täglichen Bedarf) sollten am besten von anderen erledigt werden", rät Prof. Dr. Löscher. Wenn es gar nicht anders ginge, könne man mit leichten Erkältungssymptomen ohne Fieber auch noch alleine einkaufen gehen – aber auch dann sei ganz besonders auf Abstands- und Hygieneregeln zu achten.

Wann sollte man mit Erkältungssymptomen zum Arzt?

Sobald Fieber hinzukommt, das länger als einen Tag anhält oder steigt, ist ein Arztbesuch angeraten. Das gelte auch, wenn die Erkältungssymptome schwerer würden: Bei starkem Husten, ausgeprägtem allgemeinen Krankheitsgefühl und Kreislaufproblemen solle man "rasch zum Arzt!", sagt Prof. Dr. Löscher. Und: Auch wer keine schweren Symptome hat, aber die Möglichkeit einer Coronainfektion sieht, sollte einen Arzt aufsuchen.

Dann ist Vorsicht geraten: "Vor dem Arztbesuch sollte man unbedingt in der Praxis anrufen, um sich anzumelden und sich nach den Vorsichtsmaßnahmen erkundigen", mahnt der Arzt. Ein Mund-Nasen-Schutz ist aktuell ohnehin nötig, dazu haben manche Praxen spezielle Sprechstunden oder Eingänge für Patienten mit Atemwegsinfektionen eingeführt. 

Um den gefährlichen Dreiertanz zwischen Grippe, Erkältung und Covid-19 und eine doppelte Infektion mehrerer Viren zu verhindern, weist Prof. Dr. Löscher zuletzt noch auf die Empfehlung des Robert-Koch-Instituts hin: Dieses Jahr wird allen Menschen, inklusive Kindern, zu einer Grippe-Impfung geraten. "Zudem ist für alle ab dem 60. Lebensjahr sowie für alle mit chronischen Grunderkrankungen (in jedem Alter) eine Impfung gegen Pneumokokken (die wichtigsten bakteriellen Erreger der Lungenentzündung) angezeigt", rät der Experte. 


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