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Nach Missverständnis im Krankenhaus: Frau bekommt Baby in Badewanne

Corona aktuell: Frau bekommt Baby in Badewanne
© Symbolbild / Natasha B / Shutterstock
Weil sie davon ausging, dass im Krankenhaus der Vater nicht bei der Geburt hätte dabei sein dürfen, brachte diese Frau ihr Baby in einer Badewanne zur Welt.

Es sind Nachrichten, die Frauen weltweit in große Sorge versetzen: Immer mehr Krankenhäuser lassen wegen des Coronavirus bei Geburten keine Begleitung mehr zu. Erst letzte Woche verkündeten die Krankenhäuser in Leipzig, dass ab sofort nicht einmal mehr die Väter die Frauen zur Geburt begleiten dürfen. Auf der Internetseite der Uniklinik Leipzig steht zu lesen:

Leider mussten die Maßnahmen verstärkt werden, sodass jetzt bei der Entbindung keine Begleitperson mehr zugelassen ist. 

Frau in New Jersey bekommt Baby in Badewanne

Im US-Bundesstaat New Jersey hat nun eine werdende Mutter eine heftige Entscheidung getroffen. Als das Krankenhaus dem Vater ihrem Verständnis nach verweigerte, bei der Geburt dabei zu sein, beschloss die Frau, das Krankenhaus zu verlassen, berichtet "6abc.com". Zu diesem Zeitpunkt habe sie gedacht, dass die Wehen wieder gestoppt hätten. 

Vater half bei Geburt mit

Kurze Zeit später gingen die Wehen bei der Frau allerdings wieder los und die Frau brachte ihr Kind schließlich in der Badewanne in ihrem Zuhause zur Welt. Der Vater des Kindes half bei der Geburt mit. Nach sieben Stunden brachte Erin Persia am 3. April ihre Tochter in der Badewanne zur Welt. Einen Namen hat das kleine Mädchen auch schon. Die Kleine heißt Amelia Gracelyn Persia. "Ich habe gemerkt, dass mein Baby bald kommen würde, da war es auch schon zu spät, noch den Notruf zu wählen", berichtet die frischgebackene Mama.

Auf der Internetseite des betreffenden Krankenhauses steht aktuell eine Meldung vom 4. April zu lesen, dass eine Begleitperson bei Geburten zugelassen ist. Ob es aufgrund eines Missverständnisses zu der Badewannen-Geburt kam oder ob dieser Vorfall zu einer Änderung der Regeln geführt hat, ist nicht bekannt. Die englische Seite "babygaga.com" berichtet, dass es sich laut Krankenhaus um ein Missverständnis gehandelt habe. Der Vater sei nur gebeten worden, bis unmittelbar zur Geburt im Auto zu warten. Dann hätte der Mann nachkommen dürfen.

"Die Frauen sind verzweifelt"

Zum Glück sind Mutter und Kind dem Bericht zufolge trotz dieser waghalsigen Aktion wohlauf – und auch der Vater konnte so in diesem wichtigen Moment bei seiner Frau und seinem Baby sein.

Dennoch sollte diese Geschichte kein Beispiel für andere Frauen sein, sondern im Gegenteil eher klar machen, wie sehr es werdende Mütter und Väter belasten kann, wenn die Frau zu einer Geburt ohne Begleitung gezwungen wird

Nicht umsonst kritisieren Fachverbände in Deutschland seit Wochen derartige Entscheidungen der Krankenhäuser. Die Eltern-Initiative "Mother Hood" warnt eindringlich: "Uns kontaktieren seit Tagen verzweifelte Schwangere und werdende Väter. Viele Frauen haben Angst bis hin zur Panik angesichts der Vorstellung, ohne eine vertraute Person die Geburt ihres Kindes durchstehen zu müssen". Neben den emotionalen Folgen berge das Verbot einer Begleitperson medizinische Risiken, die es unbedingt zu vermeiden gelte. 

Auf die medizinischen Risiken unzureichend begleiteter Geburten weise auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in einer aktuellen Information zu Covid-19 explizit hin. Dort heißt es: "Eine sichere und positive Geburtserfahrung benötigt eine selbstgewählte Begleitperson während der Geburt". Das Recht darauf dürfe laut WHO Frauen auch während der Epidemie nicht verwehrt werden.

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