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Corona aktuell Geimpfte Mütter spenden Muttermilch

Corona aktuell: Mutter mit Baby
© Nina Buday / Shutterstock
Im Kampf gegen das Coronavirus spenden geimpfte Mütter nun ihre Muttermilch. So sollen andere Babys mit Antikörpern versorgt werden.

Babys und Kleinkinder können aktuell noch nicht gegen das Coronavirus geimpft werden – ebenso wie Schwangere. Jetzt soll es trotzdem eine Möglichkeit geben, Babys schon frühzeitig zu schützen. In den USA baut sich gerade eine Welle an Müttern auf, die ihre Muttermilch spenden. 

Warum? Weil sie geimpft wurden. Während zunächst nicht klar war, ob stillende Frauen überhaupt eine Impfung erhalten sollten, geht der Trend in den USA gerade in die gegenteilige Richtung: Mütter versuchen, mit ihrer Muttermilch andere Babys vor dem Coronavirus zu schützen.

Muttermilch kann Corona-Antikörper enthalten

Wie die "New York Times" berichtet, sollen Wissenschaftler mittlerweile erforscht haben, dass Mütter Covid-Antikörper über die Muttermilch weitergeben können. Noch nicht geklärt ist, inwieweit Babys daraufhin beginnen, eigene Antikörper zu produzieren. Allerdings soll die Milch laut aktueller Forschungslage auch keine Gefahr für sie darstellen. 

Wie immer in der schnelllebigen Corona-Krise sollen noch weitere Studien dazu folgen. Bislang hatten sich unterstützungswillige Mütter nur privat in einer Facebookgruppe zusammengefunden. Die New York Times sprach mit einer von ihnen. Die Frau hatte eigentlich bereits abgestillt – um mit ihrer Muttermilch anderen helfen zu können, begann sie das Abpumpen nach der Impfung jedoch wieder, um den Körper anzuregen, wieder Milch zu produzieren. 

Forschungslage noch unklar

Nun sprechen sich auch Ärzt*innen in den USA für die Muttermilchspende aus. Dr. Kathrin Gray, Gynäkologin und Pränatalexpertin aus Boston, sagt in der New York Times, es gebe einen Grund für die Aufregung: "Wir nehmen an, dass so ein gewisser Schutz verliehen werden kann."

Eine endgültige Antwort, ob Muttermilch von geimpften Frauen Babys vor einer Corona-Infektion schützen können, existiert aktuell noch nicht. Auch gehen Experten davon aus, dass der Schutz höher sei, wenn Babys regelmäßig die Milch mit Antikörpern erhalten würden, statt nur vereinzelt – und dass dieser mit dem Abstillen wieder absinken könnte.

Eine Impfung kann die Muttermilch somit nicht ersetzen. Trotzdem ist sie für viele Frauen ein Hoffnungsschimmer, eine Möglichkeit gefunden zu haben, Babys zumindest einen gewissen Schutz vor einer Corona-Infektion zu bieten. Da die Forschungen noch nicht abgeschlossen sind, gilt trotzdem immer: Wer darüber nachdenkt, seine Muttermilch zu spenden oder sich als stillende Mama impfen zu lassen, sollte dies immer in enger Absprache mit Ärzt*innen tun. Bis dahin gilt es, abzuwarten. BionTech/Pfizer soll derzeit bereits prüfen, in wie weit auch Babys bald mit dem Wirkstoff geimpft werden können.

Verwendete Quellen: New York Times, Kurier, Robert-Koch-Institut

mjd

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