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Corona aktuell Schüler* und Rentner*innen arbeiten im Krankenhaus mit

Corona aktuell: Pflegepersonal in Schutzausrüstung
© Photocarioca / Shutterstock
Das Klinikum Görlitz kämpft mit der Corona-Krise – und zu wenig Personal. Nach einem Aufruf auf Facebook helfen jetzt zahlreiche Menschen aus, darunter Schüler* bis Rentner*innen. 

"So eine Situation haben wir noch nie erlebt", schrieb das Klinikum Görlitz in Sachsen am 22. Dezember auf Facebook. Wenige Tage vorher hatten sich die Mitarbeiter*innen des Krankenhaus bereits schon einmal an die Öffentlichkeit gewandt. Es war ein außergewöhnlicher Beitrag in einem sozialen Netzwerk: Die Klinik machte keine Werbung – sie bat um Hilfe. 

Klinik sucht Hilfe in der Corona-Krise

Die Corona-Krise bringt Krankenhäuser welt- und mittlerweile auch deutschlandweit an ihre Grenzen. 288 Kliniken sind bereits ausgelastet, 626 weitere melden laut Berliner Morgenpost Engpässe. Eine davon ist das Klinikum Görlitz. "Wir stehen an der Grenze der Möglichkeiten unserer Patientenversorgung", steht auf der Facebookseite geschrieben. Aus diesem Grund entschied sich das Krankenhaus Mitte Dezember für eine außergewöhnliche Aktion: Es startete einen Hilfsaufruf in der Bevölkerung.

Wer immer könne und wolle, sollte sich bei der Klinik melden. Gesucht wurden Menschen, die bereit wären, bei der gesamten Patientenversorgung zu unterstützen – von der Körperpflege bis zur Essensausgabe. Den Einsatzbereich könnten Bewerber*innen sich aussuchen, Schutzausrüstung und ein befristeter Arbeitsvertrag seien sichergestellt.

100 Freiwillige melden sich

In einer Pandemie ist ein Krankenhaus nun sicher nicht der beliebteste Arbeitsplatz. Umso überwältigender war das Feedback, das die Klinik auf den Beitrag erhielt: Über 100 Menschen meldeten sich am Klinikum Görlitz und boten ihre Hilfe an. 34 von ihnen sind nun bereits im Einsatz, wie es in einer Pressemitteilung heißt: "Wir hätten nie gedacht, dass sich so viele helfende Hände zur Verfügung stellen würden“, sagt Pflegedirektorin Birgit Bieder darin.

Unter den freiwilligen Helfer*innen befinden sich ganz unterschiedliche Menschen: Im Klinikum arbeiten nun Schüler*innen, Arbeitslose, Akademiker*innen und Rentner*innen nebeneinander. Sie kochen nicht nur Tee und machen die Betten, sondern sind vor allem einfach nur da – denn was den Patient*innen aufgrund des Besuchsverbots in der Corona-Krise auch fehlt, sind Gespräche. 

"Wir sind allen, die uns helfen wollen, unendlich dankbar. Die Resonanz auf den Aufruf hat uns Mut gemacht und ist ein wirklich gutes Zeichen in dieser so schwierigen Zeit", schreibt Geschäftsführerin Ulrike Holtzsch in der Mitteilung des Klinikums. 

Dass ein Krankenhaus um Hilfe ruft, mag ein beängstigendes Zeichen sein, das verdeutlicht, wie ernstzunehmend die Corona-Pandemie für jeden von uns ist. Doch die Resonanz auf den Aufruf ist es, die Zuversicht schenkt, denn durch diese Krise kommen wir nicht alleine, sondern nur mit Solidarität.


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