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Ich bin noch nicht so weit! Die Corona-Lockerung fängt im Kopf an

Corona aktuell: Frau mit Maske am Meer
© creator999 / Shutterstock
Die Lockerungen der Coronamaßnahmen nehmen täglich rasant zu. Ob Restaurantbesuche, der Besuch im Kosmetiksalon oder sogar das Fitnessstudio – alles scheint wieder zu öffnen. Warum der plötzliche Richtungswechsel für unsere Autorin gar nicht so einfach umzusetzen ist. 

Nach den monatelangen Einschränkungen zur Eindämmung der Verbreitung des Corona-Virus hat sich die Lage in den letzten Wochen etwas entspannt. Natürlich freue ich mich sehr darüber, dass wieder ein wenig mehr an Normalität in mein Leben einkehrt. Ich merke aber, dass die Ereignisse der letzten Wochen bei mir und meinen Liebsten ihre Spuren hinterlassen haben.

Unsere unterschiedlichen Herangehensweisen an das Leben im Allgemeinen und an Problemsituationen im Speziellen, die wir bereits vor der Corona-Krise hatten, haben sich jetzt scheinbar verstärkt. Bedächtige Freundinnen verhalten sich aktuell noch vorsichtiger, bei manchen nimmt es fast zwanghafte Züge an, wenn sie weiterhin morgens um 7.00 Uhr zum Einkaufen eilen oder schon beim bloßen Anblick von Menschentrauben auf Plätzen zusammenzucken.

Andere Freundinnen sind nach den Beschränkungen der letzten Monate kaum noch zu halten. Während also meine eine Freundin gleich am ersten möglichen Termin in ihrem Lieblings-Restaurant saß, den Termin für die Pediküre buchte und ihren Sommerurlaub plante, tue ich mich mit solchen Aktionen immer noch etwas schwer.

Ich merke, dass ich für Entscheidungen dieser Art im Kopf noch nicht wieder locker genugbin. Und auch wenn die aktuellen Lockerungen mir vieles jetzt "erlauben" und ich jetzt wieder in Restaurants, Cafés oder Geschäfte gehen darf, brauche ich anscheinend noch etwas Zeit, um aus meiner vorsichtigen "Der Tag, die Sorge"-Strategie der letzten Wochen für mich herauszufinden.

Vielleicht liegt es auch daran, dass ich endlich wieder selbst entscheiden darf, wieviel Vertrauen ich in die jeweilige Situation habe. Nach der Zeit, in der ich mich bewusst an die allgemein vorgegebenen Regeln und Verbote gehalten habe, fühlt sich allein die Möglichkeit, mich für mich entscheiden zu können, nach etwas mehr Freiheit an, die ich sehr genieße. Und so sehr ich mein bisher gewohntes soziales Leben und die liebgewonnene Spontanität vermisse, nehme ich mir aktuell die Zeit, individuell zu entscheiden, wann ich was wieder mache und in welchem Tempo. Und das tut mir gut.

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