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Immer mehr Infizierte Massiver Corona-Ausbruch nach Gottesdiensten

Corona aktuell: Frau im Gottesdienst
© Puttipong Klinklai / Shutterstock
In Villingen-Schwenningen hat es nach zwei Gottesdiensten einen massiven Corona-Ausbruch gegeben. Nun droht der Freikirche eine Anzeige.

Das Coronavirus macht auch vor Gotteshäusern nicht halt. In Zusammenhang mit Kirchenbesuchen wurde immer wieder von Corona-Ausbrüchen berichtet. Nun steigen die Infizierten-Zahlen in einer Gemeinde erneut – und sie werden mit zwei Gottesdiensten in Verbindung gebracht.

60 Coronafälle nach Gottesdiensten

Es geht um eine Freikirche in Villingen-Schwenningen, einer Gemeinde in Baden-Württemberg. Dort wurden in Zusammenhang mit zwei Gottesdiensten Ende Oktober nun steigenden Infektionszahlen gemeldet. Insgesamt sollen sich bislang um die 60 Menschen nach dem Kirchenbesuch infiziert haben, wie unter anderem der "Südkurier" berichtete.

Nun könnte der Corona-Ausbruch auch rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen: Die dortigen Behörden sollen eine Anzeige gegen die Freikirche prüfen. Denn die würde die Nachverfolgung der Kontakte erschweren. Die Teilnehmerlisten der Gottesdienste sollen nur unvollständig ausgefüllt worden sein. Die Kirche hätte jedoch auf ihre Richtigkeit achten müssen. Auch sollen erneut falsche Kontaktdaten und Telefonnummern angegeben worden sein.

Die Folgefälle nach den Gottesdiensten sollen derweil weiter steigen. Die Eindämmung der Infektionskette ist jedoch aufgrund mangelnder Informationen schwierig. Das Problem ist kein Einzelfall: Deutschlandweit sollen aktuell kaum Fälle ihrer Ursprungsquelle zugeordnet werden können.

Viele Infizierte wissen nicht, wo sie sich angesteckt haben könnten. Das macht wiederum die Quarantäneregelung für das Umfeld und die Erkennung von Clustern nahezu unmöglich. Je weniger nachvollziehbar die Infektionskette ist, desto schwieriger kann sie durchbrochen werden.

Gesundheitsämter, Krankenhäuser und Testlabore sollen derweil aktuell an ihre Belastungsgrenze stoßen. Deutschland meldet mehrere Wochen in Folge neue Negativrekorde, am Freitag wurden vom Robert-Koch-Institut insgesamt mehr als 21.000 Neuinfektionen in 24 Stunden verzeichnet. 


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