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Corona aktuell: Muss ich jetzt eine Schutzbrille tragen?

Corona aktuell: Frau mit Maske und Brille
© dreii / Shutterstock
Masken werden in der Coronakrise nun dringend empfohlen. Wie sieht es mit Schutzbrillen aus? Eine Übertragung des Coronavirus über die Augen scheint möglich.

Das neuartige Coronavirus wird laufend erforscht – und damit verändern sich regelmäßig die Empfehlungen, wie man sich und andere schützen kann. Wer aktuell einkaufen geht, sieht vermehrt Menschen mit Mundschutz und Handschuhen. Die Anzahl ersterer dürfte sich nun drastisch vergrößern: Nach Virologen empfiehlt nun auch Angela Merkel "dringend" zum Tragen von Masken in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln. 

Die Maßnahmen verschärfen sich. Masken dienen nicht nur zum eigenen Schutz, sondern vor allem vor dem anderer. So können auch Menschen, die das Coronavirus vielleicht unbemerkt in sich tragen, durch eine simple Barriere deren Ausbreitung verhindern. Masken werden also empfohlen, von Handschuhen raten Ärzte derzeit ab. Aber wie sieht es eigentlich mit Schutzbrillen aus? 

Kann man sich über die Augen mit dem Coronavirus infizieren?

Prof. Löscher vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) hält die Übertragung für "grundsätzlich möglich, das Virus wurde bei einigen Patienten im Bindehautabstrich und Tränenflüssigkeit nachgewiesen."

Trotzdem relativiert der Infektionsarzt den Ansteckungsweg: "Eine Infektion anderer über die Augen wurde in wenigen Einzelfällen als wahrscheinlich angesehen." Dabei ginge es vor allem um medizinisches Personal im Umgang mit positiv getesteten Patienten.

Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung schreibt zur Übertragung des Coronavirus folgendes:

Eine Schmierinfektion einer weiteren Person erscheint dann möglich, wenn das Virus kurz danach über die Hände auf die Schleimhäute des Mund- und Rachenraumes oder die Augen übertragen wird.

Um den Übertragungsweg über die Hände zu verhindern, gelten die üblichen Hygiene-Regeln: Hände waschen und das Gesicht nicht berühren. Aber was ist, wenn das Coronavirus nicht an den Fingern, sondern an kleinsten Partikeln in der Luft haftet? Dann wären die Augen schutzlos ausgeliefert. 

Tatsächlich untersuchen Forscher weltweit aktuell die genauen Übertragungswege des Coronavirus – und ob sich dieses sogar über sogenannte Aerosole, winzige Tröpfchen in der Luft, verbreiten könne. Das Robert-Koch-Institut verfolgt die Studienlage und aktualisiert die Einschätzung dazu laufend:

Auch wenn eine abschließende Bewertung zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich erscheint, geben diese neueren Untersuchungen Hinweise darauf, dass man eine Übertragung von SARS-CoV-2 über Aerosole im normalen gesellschaftlichen Umgang nicht ausschließen kann.
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Das Coronavirus könnte also durchaus über die Augen übertragen werden – wenn man sie mit infizierten Händen berührt oder aber durch Aerosole, sollten diese sich tatsächlich als infektiös erweisen. Das ist jedoch nicht abschließend geklärt. 

Trotzdem wird das Tragen einer Schutzbrille vom Robert-Koch-Institut aktuell nur einer Personengruppe empfohlen: Medizinischem Personal, das in direktem Kontakt zu Infizierten steht. 

Im Alltag kann währenddessen jeder sein Bestes geben, um die Ausbreitung des Coronavirus auch ohne Schutzbrille zu verringern – durch Einkaufsregeln, Hygiene, Masken und Abstand halten. 

verwendete Quelle: Der Spiegel, RKI, Bundesinstitut für Risikobewertung, Prof. Löscher 

mjd

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