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Sinnvoll oder nicht? Sollte ich mich vor Weihnachten freiwillig in Quarantäne begeben?

Selbstquarantäne vor Weihnachten: Frau schaut aus Fenster
© fizkes / Shutterstock
Die Ministerpräsidenten schlagen vor, dass man sich vor Weihnachten in Quarantäne begibt, um die Familie nicht anzustecken. Ist das wirklich sinnvoll?

Jeder, der zum Weihnachtsfest seine Familie besuchen möchte, steht vor der Frage, wie er mit dem Coronavirus umgeht. Möchte man zusammen feiern? Wie stellt man sicher, dass man sich nicht gegenseitig ansteckt? Was ist mit Oma und Opa? Sollte man lieber ganz auf ein gemeinsames Fest verzichten? Die Verunsicherung in Deutschland ist groß.

Um das Ansteckungsrisiko zu minimieren, haben die Ministerpräsidenten vorgeschlagen, dass man sich vor dem Fest freiwillig in eine mehrtägige Quarantäne begibt. Doch wie viele Tage sind wirklich ausreichend und kann man so andere vor einer Ansteckung schützen?

Krankheitsverlauf bei jedem anders

Oft ist von fünf bis sechs Tagen Quarantäne die Rede. Das ist laut Wissenschaftler (etwa der des Robert-Koch-Instituts) die durchschnittliche Inkubationszeit des Coronavirus. Das Problem: Die kann bei jedem Menschen individuell abweichen. Die Apothekenumschau zitiert unter Berufung auf die dpa dazu Tim Friede, Medizinstatistiker an der Uni Göttingen. Der meint, dass auch nach fünf Tagen etwa noch ein 50-prozentiges Risiko bestehen kann, Symptome zu entwickeln. Die Inkubationszeit könne in seltenen Fällen sogar bis zu 14 Tage betragen.

Außerdem könne man auch schon ein bis drei Tage vor Auftreten der ersten Symptome ansteckend sein. Uwe Groß, der Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie der Uni Göttingen, erklärt sogar, dass man in dieser Zeit besonders infektiös ist. Der Grund: Bevor das Virus in die Lunge wandere, vermehre es sich stark im Mundraum.

Ein weiteres Problem ist laut Groß, dass bei 15 bis 45 Prozent der Infizierten überhaupt gar keine Symptome auftreten. Die wissen also gar nichts von ihrer Erkrankung und stecken womöglich andere an. Auch wer vorher in Quarantäne ist, würde also so unbesorgt und infektiös seiner Familie fahren.

Bringt das also alles nichts?

Doch, die Experten sagen: Besser ein paar Tage Quarantäne als gar keine. Eine Garantie darauf, das Virus nicht von A nach B zu tragen, gibt es natürlich nicht. Wer das Risiko aber weiter minimieren möchte, der begibt sich 10 bis 14 Tage in Selbst-Quarantäne. 

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Quellen: Apothekenumschau, BR, dpa


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