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Coronavirus Was bringt der neue Antikörpertest für zuhause?

Corona aktuell: Symbolbild Corona-Test
© joel bubble ben / Shutterstock
Ein Antikörpertest für zuhause soll Klarheit schaffen, ob man eine Corona-Infektion schon hinter sich hatte. Den Test kann sich jeder bereits kaufen – doch es herrschen Unsicherheiten.

War das Halskratzen zum Frühlingsanfang damals Corona? Oder war man vielleicht bereits symptomlos an Covid-19 erkrankt, ohne es überhaupt zu merken? Diese Fragen stellen sich seit Beginn der Corona-Pandemie viele Menschen. Jetzt soll ein neuer Corona-Test Abhilfe schaffen. Der prüft jedoch keine akute Infektion, sondern ob ein Mensch bereits Antikörper gegen das Virus hat.

Der Antikörpertest wurde von Forschern des Pharma-Unternehmens Adversis und der Leipziger Universität entwickelt. Und er ist schon fertig: Am Montag wurde das neue Produkt "AProof" vorgestellt, seit dem 01. September soll es den Test bereits in Apotheken zu kaufen geben. Der Preis liegt derzeit bei 49 Euro, den Kund*innen selbst tragen müssen. 

Wie funktioniert der Corona-Antikörpertest?

Aber wie funktioniert der Antikörpertest? Und kann er überhaupt sicher Auskunft geben, ob man eine Corona-Infektion hinter sich hatte – und vielleicht sogar immun gegen das Virus ist? 

Für den Test braucht man lediglich einen Tropfen Blut aus einem desinfizierten Finger. Dieser wird auf einen Teststreifen gegeben, der nach Trocknung ins Labor zurückgeschickt wird. Daraufhin soll das Ergebnis innerhalb von 24 bis 48 Stunden online abrufbar sein. Ganz zu Hause funktioniert der Test somit also auch nicht – die Analyse ist nach wie vor von externer Seite nötig. 

Das Problem mit der Immunität 

Laut Universität Leipzig verspreche der Antikörpertest eine hohe Treffsicherheit. In Untersuchungen lieferte er in nur 0,6 Prozent der Testfälle falsch-positive Ergebnisse. Ungewissheit herrscht jedoch insbesondere in der Interpretation: In einer aktuellen Studie des RKI aus Bad Feilnbach konnten bei knapp 40 Prozent der Teilnehmer, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden, keine Antikörper nachgewiesen werden.

Auch gibt es noch keine validen Langzeitddaten dazu, inwiefern Menschen nach durchgemachter Infektion immun gegen das Virus sind. Vereinzelt wird über Fälle berichtet, bei denen Personen erneut erkrankten. 

Gleichzeitig deuten schwindende Antikörper nach einer Infektion wiederum nicht zwingend auf eine fehlende Immunität hin, wie unter anderem der Spiegel berichtete. Zur Bekämpfung eines Virus spielten weitere Komponenten, wie beispielsweise T- und B-Zellen eine Rolle. 

Grundsätzlich hat der Antikörpertest für Zuhause also durchaus seine Tücken, kann aber trotzdem helfen. Wer ein positives Ergebnis erhält, weiß: Er hat eine Corona-Infektion schon hinter sich und aktuell auch Antikörper. Der Test kann somit zum einen Hinweise auf die bisherige Verbreitung des Virus in der Bevölkerung geben, zum anderen aufgrund seiner einfachen Handhabung schnell in Pflegeeinrichtungen, Schulen oder Krankenhäusern durchgeführt werden. 

verwendete Quellen: RKI, Der Spiegel, RND, RTL


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