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Corona aktuell Was passiert, wenn man Einwegmasken mehrfach trägt?

Corona aktuell: Einwegmaske
© Claudiu Maxim
Die Einwegmaske ist Alltagsbegleiter in der Corona-Pandemie. Aber ganz ehrlich: Oft tragen wir sie dann eben doch nicht nur einmal. Was passiert, wenn wir die Maske mehrfach aufsetzen – und kann das gefährlich werden?

Die Einwegmaske hat sich auf die Nummer eins der Dinge geschlichen, ohne die wir das Haus nicht mehr verlassen. Zu Zeiten von Corona haben wir sie immer dabei, die Maske, die andere und uns vor dem Virus schützen soll. Mittlerweile ist der Gang in den Supermarkt ohne Mund-Nasen-Schutz kaum noch vorstellbar, so fest hat sich das Stück Stoff in unseren Alltag integriert.

Dass wir uns an die Maske gewöhnt haben, ist gut. Weniger schön ist jedoch eine zeitgleiche Entwicklung: Wir sind oftmals auch etwas nachlässig mit deren Reinigung und Austausch geworden. Immer mehr Menschen greifen der Einfachheit halber auf medizinische Einwegmasken zurück. Wie deren Name bereits sagt, sollten wir diese aber eigentlich nur ein einziges Mal benutzen. Hand aufs Herz: Hast du deine Maske nicht auch schon einmal mehrfach benutzt?

Getragene Einwegmasken gehören in den Müll

Tatsächlich sollte man das bei besagten Einwegmasken wirklich nicht tun. Auch, wenn die chirurgische Maske zwischendurch gewaschen wird, sollte man sie nicht nochmal tragen. Denn wie die Verbraucherzentrale warnt und sich dabei auf Berichte vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte beruft, soll eine Trockenreinigung bei den medizinischen Masken nicht ausreichen, um "infektiöse Viruspartikel" vollständig zu eliminieren. Daher rät die Zentrale deutlich: "Einwegmasken sollten Sie zu Hause nicht reinigen! Sie gehören nach dem Einsatz in den Restmüll."

Vom Infektionsrisiko mal abgesehen haben sich Experten nun mit der Frage beschäftigt, ob eine Mehrfachnutzung der Einwegmaske eigentlich schädlich für unsere Gesundheit sein könnte. RTL veröffentlichte nun ein Zitat von Robert Landsiedel, stellvertretender Vorsitzender der Gesellschaft für Toxikologie (GT), der sich gegenüber dpa zum Gesundheitsrisiko der Masken geäußert hat: "Gealterte Einwegmasken können mehr Fasern freisetzen als neue Masken."

Die Fasern seien generell zwar nicht schädlich, können jedoch zu Atemwegs-, Schleimhaut- und Hautreizungen führen. Bei frischen Masken besteht jedoch kein Grund zur Sorge. Mehrere Wissenschaftler haben sich mittlerweile mit einem möglichen Gesundheitsrisiko vom Tragen einer Maske beschäftigt. Im "World Allergy Organization Journal" wurde dazu eine Studie veröffentlicht, bei der zwar Polypropylen-Fasern (aus dem Material der Maske) in der Nasenspülung von Proband*innen gefunden werden konnten. Diese würden jedoch von den Schutzhärchen der Atemwege von selbst wieder in den Mund transportiert werden. Laut RTL lautete das Fazit der Studie: "Von den aus den Masken freigesetzten Fasern geht nach unserer Einschätzung keine oder eine vergleichsweise geringe Gesundheitsgefahr aus; die Verringerung der Risiken einer Infektion überwiegt hier bei weitem." 

Wir müssen uns also keine Sorgen machen, dass die Masken generell unsere Gesundheit schädigen. Für viele Menschen im medizinischen Bereich gehören sie schließlich schon immer zum Alltag. Es ist allerdings wichtig, auf geprüfte medizinische Masken zurückzugreifen und diese nicht mehrfach zu tragen oder fachgerecht zu reinigen. Schließlich wollen wir nicht nur verhindern, dass wir Partikel der Maske einatmen, sondern auch, dass wir ständig mit Keimen aus unserem eigenen Atem konfrontiert werden. Denn diese fühlen sich im feuchtwarmen Klima der Maske pudelwohl, so dass wir sie immer wieder einatmen – und sorgen äußerlich nebenbei für Hautirritationen.

Also: Abstand halten. Hände waschen. Maske auf. Aber dabei bitte frisch und sauber bleiben.

verwendete Quellen: RTL, dpa, Verbraucherzentrale, World Allergy Organization Journal, Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Quarks


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