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Corona-Überblick: Welche Lebensmittel jetzt teurer werden

Corona aktuell: Lebensmittel in Tasche
© Skylines / Shutterstock
Die Coronakrise macht Einkaufen nicht nur in puncto Hygiene zur Herausforderung. Auch die Lebensmittel werden teurer. Wieso kosten Produkte plötzlich mehr?
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Die Coronakrise ist in allen Lebensbereichen zu spüren – vor allem jedoch beim Einkaufen. Wer dieser Tage einen Supermarkt betritt, fühlt sich schnell an einen Endzeitfilm erinnert. Türsteher, mit Desinfektionsmittel bewaffnet, leiten gemeinsam mit roten Pfeilen auf dem Boden den Weg in die Einkaufswelt von heute. Mit Mundschutz und Handschuhen bahnen sich Kunden den Weg durch teils leere Supermarktregale. Während man von all den Eindrücken wie ferngesteuert an der Plexiglas-Kasse bezahlt, geht ein Detail fast unter: Der Einkauf war ganz schön teuer. Habe ich nur mehr gekauft – oder haben sich die Preise wirklich erhöht?

Die steigenden Einkaufskosten sind keine Einbildung. Tatsächlich wirkt sich die Coronakrise nun auch direkt auf den Handel aus – und Lebensmittel werden teurer. Das teilte unter anderem die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) nun mit. Insbesondere frische Lebensmittel sind von der Preiserhöhung betroffen: Sie sollen bis zu zehn Prozent teurer als im Vorjahr sein.

Die Gründe für die Preiserhöhung sind vielfältig. In diesem Jahr treffen mehrere Faktoren aufeinander: Während die Coronakrise die Nachfrage stark erhöht, kämpfen Landwirte noch mit Ernteeinbußen aus dem Vorjahr, wie das Handelsblatt berichtet. Gleichzeitig fehlen coronabedingt Erntehelfer und Saisonarbeiter, was laut Ökotest Einbußen der Erträge – und damit steigende Preise für Spargel und Erdbeeren zur Folge haben könnte.

Welche Lebensmittel werden teurer?

Erhöhte Preise sind vor allem bei frischen Produkten zu beobachten. Am deutlichsten wird die Veränderung derzeit in der Gemüse-Abteilung: Brokkoli, Blumenkohl und Co. werden häufig aus Frankreich oder Spanien importiert, die wiederum stark von der Coronakrise betroffen sind. Die Preise für Gemüse seien im April daher laut AMI bereits um 26,3 Prozent gestiegen. 

Besonders teuer: Zucchini mit einem Preisanstieg von 92 Prozent, Brokkoli und Blumenkohl mit über 60 Prozent, Paprika mit 56 Prozent und Kohlrabi mit einer Preissteigerung von 62 Prozent. 

Nicht nur Gemüse, auch Obst ist dieser Tage teurer geworden. Die Preise sind laut AMI im April um 14 Prozent gestiegen. Äpfel sollen im Frühjahr 2020 ein Viertel mehr kosten als im Jahr zuvor, die Preise für Zitrusfrüchte seien sogar um 30 Prozent gestiegen.

Welche Lebensmittel könnten sogar günstiger werden?

Die Preise können sich dieses Jahr nicht nur nach oben korrigieren – manche Produkte werden durch die Coronakrise auch günstiger. Das betrifft vor allem die Lebensmittel, die normalerweise zu großen Mengen an die Gastronomie geliefert werden. 

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Das betrifft laut Handelsblatt unter anderem die Fleischherstellung. Restaurants stecken in der Krise, dürfen gar nicht oder nur unter Einschränkungen öffnen. Große Bestellmengen fallen weg – woraufhin Landwirte einen Überschuss an Produkten aufweisen. Fleisch und Milch könnten daraufhin beispielsweise günstiger werden. 

Auch Lagergemüse, das nun weniger nachgefragt wird, könnte günstiger werden – wie zum Beispiel Zwiebeln, Weißkohl oder Kartoffeln.

verwendete Quellen: ZDF, Handelsblatt, AMI, Ökotest

mjd

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