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Werden die Schulen nach Ostern wieder geöffnet? Das sagt die Kanzlerin

Corona aktuell: Schüler vor Schule
© Syda Productions / Shutterstock
Werden die Schulen nach den Osterferien wieder geöffnet? Wie Kanzlerin Angela Merkel darüber denkt und wie eine Öffnung der Schulen nach den Ferien funktionieren könnte.

Schon seit Wochen sind die Schulen und Kitas in Deutschland dicht. Wie wird es nach den Osterferien weitergehen? Alles hängt davon ab, wie die Infektionszahlen mit dem Coronavirus sich über die Osterfeiertage entwickeln werden. Danach will Bundeskanzlerin Angela Merkel sich mit den Ministerpräsidenten der Länder beraten und entscheiden, wie es weitergehen soll.

Was jetzt schon fest steht: Einen Vollstart zurück ins (Schul)-Leben, wie wir es vor dem Virus kannten, wird es wohl nicht geben. In einer Pressekonferenz am 9. April hat sich Angela Merkel zu einer möglichen Öffnung der Schulen geäußert. Sie sagte: "Wir müssen miteinander diskutieren, gehen wir bundeseinheitlich vor oder lokal unterschiedlich? Das wird von den Infektionszahlen abhängen und das müssen wir ausrichten an der Frage, wo wir das Abstandsgebot durchsetzen können und wo nicht". 

"Es wird Geduld brauchen"

Es werde wahrscheinlich nie eine 100 Prozent-Lösung geben. Sie halte auch nichts davon, den jüngeren Menschen wieder mehr Freiheiten zu ermöglichen, während die Älteren weiter mit Einschränkungen leben müssten. "Wir müssen an alle gleichermaßen denken.

Grundsätzlich halte sie Schulen und Kindergärten nicht für Orte, an denen die erforderlichen Abstände zum Schutz vor dem Virus besonders gut eingehalten werden könnten. "Was ich nicht möchte", so die Kanzlerin", "ist, dass wir bei den Öffnungen nun so einen großen Schritt machen, dass es uns wieder so weit zurückwirft, dass wir wieder ganz harte Maßnahmen einführen müssen. Es wird Geduld brauchen. Bei jedem dieser Schritte sind Menschen betroffen, sterben Menschen, haben Ärzte und Pflegekräfte Angst, dass die Krankenhäuser überfordert werden". 

Die Pandemie sei nicht ausgestanden. "Sie ist nicht weg und sie wird nicht verschwinden, bevor wir nicht wirklich einen Impfstoff haben, mit dem wir die Bevölkerung impfen können."

Lehrerverband hält schrittweise Öffnung für denkbar

"Ich bin mir sicher, dass es nach den Osterferien keinen Unterrichts-Vollstart an den Schulen geben wird", sagte dementsprechend Heinz-Peter Meidinger, der Präsident des Lehrerverbandes, der Deutschen Presse-Agentur. Sollte bei der Entscheidung der Politiker nach Ostern eine Verlängerung oder Verschärfung der bisherigen Maßnahmen vereinbart werden, werde es auch keine Schulöffnungen geben, so Meidinger.

Allerdings: Sollten die Politiker für die Zeit nach dem 19. April eine Lockerung der Lockdown-Maßnahmen beschließen, könne man auch "eine stufenweise Rückkehr zum Schulbetrieb andenken"

Zuerst die älteren Schüler?

Wie eine solche stufenweise Lockerung aussehen könnte? Denkbar sei zum Beispiel eine gestaffelte Rückkehr der Schüler – beginnend mit den Abschlussklassen, wegen der Prüfungen. Ende März hatten die Kultusminister der Länder beschlossen, dass die Schulabschlussprüfungen in Deutschland trotz der Coronakrise durchgeführt werden sollen. 

Unterricht mit Schutzmasken?

Allerdings müssten die Schulen wohl mit weniger Personal den Unterricht stemmen. Meidinger hält einen besonderen Schutz für Risikogruppen unter den Schülern und Lehrkräften für sinnvoll. "Diese Personen sollte man weiter nicht zur Unterrichtspräsenz verpflichten und dafür Sonderregelungen erwägen."

Denkbar seien außerdem Gruppeneinteilungen, um einen höheren Sicherheitsabstand einhalten zu können, sowie die Verpflichtung zum Tragen von einfachen Atemschutzmasken, die dann zur Verfügung gestellt werden müssten.

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Verwendete Quelle: Pressekonferenz, sueddeutsche.de

mh

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