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Corona aktuell Warum es in Bus und Bahn still werden sollte

Corona aktuell: Frau im Bus mit Maske
© 2shrimpS / Shutterstock
An manchen Orten gilt es schon, das Corona-Redeverbot in Bus und Bahn. Auch der Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen spricht sich nun für die Stille aus – wieso?

Die Corona-Pandemie hat unsere Gewohnheiten gehörig geändert. Wir halten fleißig Abstand, geben niemandem mehr die Hand, zücken Mundschutz und Desinfektionsmittel ganz selbstverständlich aus der Tasche. Nun könnte sich eine neue Regel dazugesellen. Die Stille.

Schweigegebot statt Redeverbot

Aktuell wird ein Redeverbot in Bus und Bahn diskutiert. Oder eher ein Schweigegebot, wie es Ingo Wortmann, Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen lieber sein dürfte, denn "wir können und wollen unseren Fahrgästen das Sprechen auf keinen Fall verbieten", versicherte dieser jüngst gegenüber "Der Spiegel". In dem Interview plädiert Wortmann für mehr Ruhe in öffentlichen Verkehrsmitteln – und zwar nicht aufgrund der Lärmbelästigung, sondern wegen des Corona-Risikos.

"Beim Sprechen stoßen Menschen viele Aerosole aus, es ist im Hinblick auf eine Übertragung des Coronavirus ähnlich gefährlich wie Husten", erklärt Wortmann im Spiegel-Gespräch. Die beim Reden austretenden Aerosole würden sich zudem sogar länger in der Luft halten, da sie feiner seien.

Jeder kann das Corona-Risiko reduzieren

Das Infektionsrisiko in Bus und Bahn könnte also tatsächlich durch eine simple Schweigevereinbarung verringert werden. Je weniger die Fahrgäste reden, desto weniger Aerosoloe können sie dabei verbreiten. Diese zusätzliche Sicherheit dürfte jeder begrüßen. 

Strikte Verbote sollen derzeit aber nicht geplant sein. Diese könnten letztendlich wieder zu Widerstand und Trotz führen – vielmehr appellierte der Verbandschef in dem Interview deutlich an das Verantwortungsbewusstsein jedes einzelnen.

Niemand fährt aktuell gerne Bus und Bahn, schließlich versuchen wir alle, unnötige Kontakte zu vermeiden. Manchmal ist es jedoch schlicht und einfach nicht möglich, öffentliche Verkehrsmittel zu umgehen. Wer dann für den Weg für ein paar Minuten am Tag Ruhe bewahrt – und zwar wortwörtlich, weder redet, noch telefoniert – kann so zur Sicherheit aller beitragen. Und schon ein altes Sprichwort prädigte uns: Reden ist Silber. Schweigen ist Gold.

verwendete Quellen: Der Spiegel, RTL


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