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Corona im Herbst und Winter Expert:innen warnen vor der Twindemie – was ist das eigentlich?

Expert:innen warnen vor der Twindemie – was ist das eigentlich?
© gpointstudio / Adobe Stock
Mit dem Herbst kommen auch die fallenden Temperaturen. Anstatt die Abende draußen zu verbringen, verschieben sich die Treffen auf das heimische Sofa, ins Restaurant oder die Bar um die Ecke. Damit steigt die Gefahr einer Corona-Infektion wieder stark an. Expert:innen warnen jetzt sogar vor einer Twindemie – was es damit auch sich hat, verraten wir euch hier.

Wie in den vergangenen zwei Jahren steigen auch im dritten Corona-Jahr die Infektionszahlen im Herbst wieder an. Doch nicht nur das, auch die potenziell gefährlichen Influenza-Viren verbreiten sich aktuell schnell. Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) sind die wöchentlichen Infektionszahlen aller Erkältungskrankheiten – inklusive Influenzagrippe – bereits höher, als sie es im gleichen Zeitraum in den Jahren vor der Pandemie waren.

Neben Corona: Die Influenzagrippe ist zurück

Der Grund: Die Maskenpflicht, die Reisebeschränkungen und die Hygienemaßnahmen haben die Influenzaviren in den vergangenen Jahren gut in Schach gehalten. Da viele der Schutzmaßnahmen gefallen sind, warnen Expert:innen im dritten Pandemieherbst jetzt vor einem Zusammenspiel aus Influenzagrippe und Corona-Infektionen, die einen "perfekten Sturm" ergeben würde: eine Twindemie. Quasi eine Doppelwelle von Corona- und Grippeviren.

Mit etwa 7,6 Millionen neuen Ansteckungen in der letzten Septemberwoche liege die Zahl der Erkältungen und grippalen Infekte aktuell deutlich über dem Niveau der Jahre vor der Pandemie, heißt es im Covid-19-Wochenbericht des RKI. Am stärksten vertreten ist aktuell der klassische Schnupfenerreger, auch Rhinoviren genannt.

Corona allein wird in den kommenden Monaten nicht zu einer Überlastung führen

Fällt der Blick rein auf die Entwicklung der Corona-Pandemie, sehen die Expert:innen keinen Grund zur Beunruhigung. Zu diesem Zeitpunkt sei die Wahrscheinlichkeit einer Überlastung der Intensivstationen geringer als in den Jahren zuvor, so Justin Lessler, Infektions-Epidemiologe an der University of Nothern Carolina in Chapel Hill in den USA dem Magazin "nature".

Die schweren Verläufe sind generell zurückgegangen und werden im anstehenden Herbst und Winter unwahrscheinlicher. Große Teile der Bevölkerung seien durch Impfungen und/oder Infektionen immunisiert worden. "Deshalb gehen wir von einem relativ guten Schutz gegen einen schweren Verlauf einer Corona-Infektion mit den aktuell in Deutschland verbreiteten Varianten aus", sagt Alexander Kuhlmann, Juniorprofessor an der Universitätsmedizin Halle, dem MDR.

Gefährlich könnte eine Twindemie werden – eine Doppelwelle aus Corona und Influenza

Gefährlich werde es nach Ansicht der Forscher:innen nur, wenn eine völlig neue Virusvariante auftrete, die wieder die Gefährlichkeit der Deltavariante erreiche – hinsichtlich schwerer Verläufe und Todesraten. Aktuell ist so eine Variante jedoch nicht bekannt. Entdeckt werden hingegen immer wieder neue Subtypen der Omikronvariante. Diese Viren können den aufgebauten Antikörpern – entweder durch Impfungen oder Infektion – ausweichen und sorgen für leichte bis mittelschwere Atemwegserkrankungen.

Hinzu kommt der Influenza-Faktor. Corona alleine werde höchstwahrscheinlich nicht zu einer Überlastung der Intensivstationen führen. In Kombination mit einer ausgeprägten Influenza-Welle könnte der Druck auf das Gesundheitssystem jedoch steigen. Expert:innen raten daher zu einer Auffrischungsimpfung gegen Grippe und Corona.

Verwendete Quellen: rki.de, mdr.de, faz.de

slr Brigitte

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