Corona aktuell: Wie funktioniert die Corona-Warn-App?

Mitte Juni soll sie endlich da sein: Die Corona-Warn-App, in die seit Wochen große Hoffnungen gesteckt wird. Doch was kann die Tracing-App eigentlich – und was nicht? Wir geben den Überblick.

Kann die Corona-Pandemie mithilfe einer App in den Griff bekommen werden? Immer wieder tauchte die sogenannte Tracing-App die letzten Monate in den Berichten der Regierung auf, wie die Coronakrise gelöst werden kann. In anderen Ländern ließ die technische Komponente nicht lange auf sich warten, in Deutschland dauerte die Entwicklung deutlich länger – nicht zuletzt aufgrund von Datenschutzbedenken.

Jetzt ist es soweit: Mitte Juni soll die sogenannte "Corona-Warn-App" herauskommen. Das stellten die von der Bundesregierung beauftragten Programmierer in einer ersten Vorschau in Aussicht. Aber wie funktioniert das System? Und wie kann eine App in der Corona-Pandemie helfen? Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur Corona-Warn-App.

Wie funktioniert die Corona-Warn-App?

Die App soll zur Nachverfolgung von Kontaktpersonen von Infizierten dienen. Dafür kann man sich die App auf sein Smartphone herunterladen und erhält darin eine erste Anleitung.

Ist die App aktiviert, erledigt das Handy die Arbeit von selbst: Über Bluetooth registriert es andere Smartphones, misst die Abstände und speichert die, die einem zu nahe kommen. Bei einer engen Begegnung werden automatisch anonyme ID-Schlüssel ausgetauscht.

Wird eine Person nun positiv auf das Coronavirus getestet, kann sie den Befund in die App eintragen. Daraufhin werden alle IDs abgeglichen – und registrierte Kontaktpersonen wiederum in ihrer App benachrichtigt. 

Wie kann die App helfen, die Corona-Pandemie unter Kontrolle zu bekommen?

Dadurch sollen Infektionsketten nicht nur nachvollzogen, sondern auch unterbrochen werden können. Denn je schneller jemand erfährt, mit einem Infizierten Kontakt gehabt zu haben, desto eher kann er sich selbst in Quarantäne begeben. So können weitere Ansteckungen vermieden werden, bis ein negatives Testergebnis da ist. 

Voraussetzung für den Erfolg der Corona-Warn-App ist, dass möglichst viele Menschen sie überhaupt installiert haben. Gesundheitsminister Jens Spahn betonte, dass die Akzeptanz zur freiwilligen Anmeldung wichtig sei – weshalb die Datenschutzfrage zunächst geklärt werden musste.

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Wie sieht es in puncto Datenschutz aus? Was bedeutet dezentrale Speicherung?

Bedenken gab es zur neuen Corona-Warn-App insbesondere von Seiten der Datenschützer. Was passiert mit den Kontakten und Bewegungsprofilen der Menschen? Wo werden sie gespeichert? Um den Bürgern diese Sorgen zu nehmen, entschied sich die Bundesregierung Ende April letztendlich zu einem Strategiewechsel: Die Daten der App sollen nun nicht mehr zentral auf den Servern, sondern lediglich dezentral abgeglichen werden.

Das bedeutet, dass man als Nutzer nur seine ID, die regelmäßig wechselt und damit nicht auf die Person schließen lassen soll, an den Server freigibt. Welche IDs miteinander Kontakt haben, soll daraufhin nur auf dem eigenen Smartphone sichtbar sein. So haben nur die Nutzer selbst Zugriff auf das Kontaktnetz und niemand sonst. Die Kontakte bleiben also anonym und werden lediglich über IDs abgeglichen.

verwendete Quellen: Tagesschau, Chip, Bundesregierung

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