Spring Break: Sie wollten Spaß haben – und steckten sich mit dem Coronavirus an

Tausende Studenten wollten sich ihre Spring-Break-Partys nicht nehmen lassen. Jetzt haben sich fünf von ihnen mit Covid-19 infiziert, wie eine Universität auf Twitter bekannt gab.

Als die Welt in der vergangenen Woche begann, das öffentliche Leben flächendeckend herunterzufahren, sah es an den Stränden in Florida wie immer um diese Jahreszeit aus: Tausende Studenten tummelten sich eng an eng und stark alkoholisiert am Strand, um die Frühjahrsferien – den sogenannten Spring Break – zu feiern.

Das Coronavirus hielt hier offenbar keinen der Studenten davon ab. Am Sonntagvormittag gab die Universität Tempa auf Twitter bekannt, dass fünf Studenten positiv auf Covid-19 getestet wurden. Sie waren zuvor auf dem Spring Break. Das College richtete Genesungswünsche aus: "Wir wünschen ihnen und allen anderen Betroffenen von Herzen eine vollständige und schnelle Genesung."

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"Wenn ich das Coronavirus bekomme, dann ist das so"

Bei einem Großteil überwiegt nun aber die Schadenfreude. Zu groß ist die Wut über das ignorante, infantile Verhalten der feiernden Studenten beim Spring Break in Florida, die die Warnungen der Politiker, der Behörden und der Medien ignorierten. Statt "Social Distancing" schien die Party-Hymne der Beastie Boys "You Gotta Fight For Your Right To Party" ihr Motto zu sein.

Ihnen werde das Sars-CoV-2-Virus schon nichts anhaben, meinten viele. Schließlich zeigten die Statistiken, dass Covid-19-Patienten unter 30 Jahren meist keine oder nur sehr milde Symptome hätten. Dass es darum gar nicht ging, sondern um das Abflachen der Kurve (Flatten the Curve), war ihnen offenbar egal.

Ein junger 21-jähriger Student machte daraus in einem Interview mit dem Nachrichtensender CBS keinen Hehl. "Wenn ich das Coronavirus bekomme, dann ist das eben so", sagte er und fügte hinzu: "Am Ende des Tages werde ich mich nicht davon abhalten lassen zu feiern."

Spring Break: Behörden handelten zu spät

Der Aufschrei war groß. Das "Wall Street Journal" sprach von einem "Krieg der Generationen". Promis wie Arnold Schwarzenegger meldeten sich zu Wort. "Ich sehe immer noch Fotos und Videos, in denen Leute auf der ganzen Welt draußen in Cafés sitzen und eine schöne Zeit haben. Das ist nicht schlau, weil ihr so das Virus bekommt“, sagte der ehemalige kalifornische Gouverneur in einem Video, in dem er im hauseigenen Pool steht und eine Zigarre raucht.

Auch die demokratische Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez appellierte via Twitter an die Vernunft ihrer Follower: "Bitte hört auf, Bars, Restaurants und öffentliche Orte zu überfüllen." Selbst wer gesund sei, könne Covid-19 verbreiten, so AOC.

Erst ein paar Tage später, nach vielen Beschwerden, reagierte Floridas Gouverneur Ron DeSantis. Er setzte dem Spring Break ein Ende: "Die Botschaft für die Spring Breaker ist: Die Party ist vorbei in Florida", sagte er am Donnerstag vergangene Woche. Zu spät, wie sich nun zeigt.

Quellen: CBS / Twitter / "New York Post" / "Wall Street Journal"

Dieser Artikel ist ursprünglich auf stern.de erschienen.

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