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Rassismus oder Selbstschutz? Vom Umgang mit Chinesen im Zeichen des Coronavirus

Rassismus oder Selbstschutz? Vom Umgang mit Chinesen im Zeichen des Coronavirus
© Maridav / Shutterstock
"Ne, da gehen wir nicht hin, da sind die Chinesen" – das Coronavirus bringt offenbar den inneren Rassisten in immer mehr Menschen zum Vorschein. Oder ist es etwa ein guter Selbstschutz, sich vor asiatisch aussehenden Mitmenschen fernzuhalten?

Ein neuartiges Virus beunruhigt die Welt. Das Coronavirus, offenbar aufgetreten und hauptsächlich aufgetaucht in China, macht vielen Leuten Angst. So viel Angst, dass mittlerweile sogar offener Rassismus legitim erscheint. Doch er ist es nicht. Niemals!

Nicht nur, aber auch in Deutschland berichten Chinesinnen und Chinesen, wie ihnen dieser Tage mit Argwohn begegnet wird. Da sitzt beispielsweise eine Frau mit chinesischem Aussehen in einem Zug und die umsitzenden Europäer ziehen sich den Pulli über die Mund-und-Nasenpartie. Ist das noch Selbstschutz oder schon Rassismus? Oder am Ende beides?

Coronavirus sorgt für Verunsicherung

Klar – es ist schwer, mit seinen Ängsten umzugehen, wenn man sich sorgt, sich mit Corona anzustecken. Aber Rassismus kann niemals die Lösung sein. Absichtlich Abstand zu asiatisch aussehenden Mitmenschen zu halten, ist nicht nur moralisch unterste Schublade – es hilft noch nichtmal, sich nicht anzustecken.

Mittlerweile sind gut ein dutzend Deutsche mit dem Coronavirus infiziert. Sie alle kommen aus Bayern, haben wohl keine chinesischen Wurzeln. Würde euch einer der Infizierten Bayern gegenübersitzen – würdet ihr dann auch den Pulli über die Nase ziehen?

Ausgegrenzte Menschen teilen ihre Geschichten

Mittlerweile haben sich in den Sozialen Netzwerken zahlreiche Menschen mit asiatischem Aussehen zu Wort gemeldet. Sie schildern unter dem Hashtag #iamnotavirus ("Ich bin kein Virus"), was ihnen widerfahren ist. Darunter ein Mann, der schildert, wie er in einem Flughafen-Geschäft angefeindet worden sei. Eine Mitarbeiterin habe ihm gesagt, Chinesen wie er würden "weggesperrt gehören", damit sie "die Deutschen" nicht "auch noch mit ihrer Seuche anstecken".

Spürbar ist die Ausgrenzung von chinesisch aussehenden Menschen auch auf der Internationalen Süßwarenmesse (ISM), die aktuell in Köln stattfindet. "Hier ist die Halle mit den Chinesen, da gehen wir nicht hin", ist ein Satz, der mehrfach zu hören war, dazu war zu beobachten, wie immer wieder Besucher weite Bogen um vermeintlich asiatische Frauen und Männer gemacht haben.

Was gegen die Ansteckung mit einer Krankheit hilft

  • Häufiges Händewaschen
  • Desinfizieren der Hände
  • Nicht ins Gesicht fassen

Was niemals gegen eine Ansteckung hilft

  • Rassismus
  • Ausgrenzung

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