"Meine Freundin kriegt Chemo. Desinfektionsmittel ist ausverkauft"

Die Angst vor dem Coronoavirus greift um sich. Immer mehr Leute starten Hamsterkäufe. Das führt zu dramatischen Folgen für kranke Menschen, wie jetzt Twitter-User*innen berichten.

Leere Regal, wohin man schaut. In Supermärkten, Drogeriemärkten und Apotheken gibt es verstärkt Hamsterkäufe. Die Panik vor dem Coronoavirus führt dazu, dass immer mehr Menschen versuchen, sich mit Lebensmitteln einzudecken. 

Allerdings sind nicht nur Lebensmittel heiß begehrt und darum zum Teil ausverkauft. Auch die Nachfrage nach Desinfektionsmitteln, Einmalhandschuhen und Mundschutz ist immens gestiegen. Insbesondere Desinfektionsmittel sind oftmals ausverkauft. 

Desinfektionsmittel wird geklaut

Manche Menschen sind offenbar so verzweifelt auf der Suche nach Desinfektionsmittel, dass die Flaschen inzwischen sogar schon geklaut werden, etwa aus Fitnessstudios, aber auch aus Krankenhäusern, berichten Twitter-User*innen, wie etwa dieser Anästhesist, der schreibt: 

Auch hier wird inzwischen reihenweise Desinfektionsmittel aus offen zugänglichen Spendern geklaut.

Die zunehmende Schwierigkeit, Desinfektionsmittel zu bekommen, bedeutet große Schwierigkeiten für Menschen, die etwa aufgrund einer Krankheit oder ihres Alters ein schwaches Immunsystem sind. Diese Menschen sind auf tägliche Desinfektion angewiesen, stehen aber ebenso vor leergekauften Regalen.

Eine Mutter macht auf Twitter sehr deutlich, was das für ihren kranken Sohn bedeutet. Sie schreibt: "Mein Sohn (3) ist Diabetiker. Für die regelmäßigen Insulinspritzen benötigen wir Desinfektion, die es in keiner Apotheke im Umkreis mehr gibt."

Meine Freundin kriegt Chemo. Desinfektionsmittel ist ausverkauft

Auch für die Freundin einer Twitter-Userin, deren Immunsystem aufgrund ihrer Krebserkrankung sehr schwach ist, und für die deshalb schon eine Grippe lebensbedrohlich sein kann, hat das Horten von Desinfektionsmitteln dramatische Folgen. Die Freundin schreibt: "Meine Freundin kriegt Chemo. Desinfektionsmittel ist ausverkauft" – und ergänzt ihren Tweet mit einem dringenden Appell: "Für Gesunde ist häufiges, richtiges Händewaschen ausreichend. Könnt Ihr das gebunkerte Zeug bitte an Menschen weitergeben, die es zum Überleben brauchen? Sie hat am meisten Angst vor der 'normalen' Grippe."

Auch ein Mediziner vom Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit weist in einem aktuellen Interview mit dem Deutschlandfunk darauf hin: "Wenn keine Kranken im Haushalt sind, reicht eine normale Reinigung. Da braucht man kein Desinfektionsmittel."

Händewaschen - diesen Trick müsst ihr probieren!

Wenn kein Waschbecken vorhanden sei, könne eine Hände-Desinfektion allerdings "sehr praktisch" sein und "zum zusätzlichen Schutz" eingesetzt werden.  

Weitere Hinweise dazu, wie man sich vor dem Coronavirus schützen kann, stellt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Internetseite zur Verfügung.

mh
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