Danke, Irland - und jetzt seid IHR dran!

Die Iren haben dafür gestimmt, das Abtreibungsverbot zu kippen. Doch auch in anderen europäischen Ländern herrschen noch restriktive Gesetze!

Endlich werden die Frauenrechte in Irland verbessert: Am 25. Mai  stimmte die Mehrheit der Iren in einem Referendum dafür, das Abtreibungsverbot aus der Verfassung zu streichen. Das Parlament hat nun die Möglichkeit, Abbrüche bis zur zwölften Schwangerschaftswoche zu legalisieren.

In Irland ist ein Schwangerschaftsabbruch bislang nur dann erlaubt, wenn das Leben der Frau bedroht ist. Selbst nach einer Vergewaltigung, bei Inzest und bei einem schwerkranken Fötus ist ein Abbruch verboten. Wer gegen das Gesetz verstößt, kann mit bis zu 14 Jahren Gefängnis bestraft werden. So hat sich in Irland ein regelrechter Abtreibungstourismus entwickelt.

Die Situation in Europa

Frauen leben rund um den Globus mit unterschiedlichen Rechten beim Schwangerschaftsabbruch. In Ländern wie Nicaragua herrscht ein Totalverbot, in anderen  - wie den Niederlanden - müssen Frauen lediglich ein Gespräch mit einer Ärztin absolvieren, bevor sie nach einer Bedenkzeit den Eingriff vornehmen lassen können.

Doch auch mitten in Europa gibt es Staaten, die einen Schwangerschaftsabbruch verbieten und mit mehrjährigen Haftstrafen ahnden.

Malta

In Malta ist Abtreibung unter allen Umständen verboten - selbst dann, wenn das Leben der Schwangeren auf dem Spiel steht. Die Frau selbst und Personen, die eine Abtreibung vornehmen, können dafür mit bis zu drei Jahren Haft bestraft werden.

Andorra

In dem Fürstentum zwischen Frankreich und Spanien sind Abtreibungen illegal, es sei denn, das Leben der Mutter ist in Gefahr. Frauen, die trotzdem abtreiben, müssen mit einer zweieinhalbjährigen Haftstrafe rechnen, Ärzte, die den Eingriff vornehmen, riskieren sogar eine Gefängnisstrafe von sechs Jahren. 

San Marino

Der Zwergstaat Marino im Norden Mittelitaliens verbietet Schwangerschaftsabbrüche unter allen Umständen.

Polen

Polen hat eines der strengsten Abtreibungsgesetze Europas: Nur bei Lebensgefahr für die Mutter, wenn sie durch Vergewaltigung schwanger wurde oder wenn der Fötus schwere Missbildungen aufweist, darf abgetrieben werden.

Abtreibungsverbote haben schwerwiegende Folgen

In Ländern, wo Schwangerschaftsabbrüche kriminalisiert werden, riskieren Frauen bei einer Abtreibung ihr Leben. Oft müssen sie die Hilfe von Amateuren in Anspruch nehmen, die Abbrüche unter unhygienischen Bedingungen durchführen und keinerlei Ausbildung dafür haben. Oder die Schwangeren versuchen selbst, den Fötus mit Gewalt oder Medikamenten abzutreiben. Frauen, die es sich leisten können, reisen für ihren Abbruch ins Ausland, wo sie nicht belangt werden können.

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