Ein Bild geht um die Welt: Tod und Zerstörung in einem kleinen Kindergesicht

Das Foto des fünfjährigen Omran aus Aleppo bewegt gerade die ganze Welt und gilt als Sinnbild für den grausamen Bürgerkrieg in Syrien.


Ganz ruhig sitzt der kleine Omran Daqneesh im Krankenwagen. Er weint nicht, er schreit nicht, er starrt nur mit verstörtem Blick geradeaus. Sein Gesicht ist blutverschmiert und sein Körper mit Staub bedeckt. Wenige Augenblicke vorher wurde der Fünfjährige aus den Trümmern seines Hauses gerettet. Er hat nur knapp einen Bombenanschlag im Viertel Karm al-Qaterji in überlebt.

Es ist ein Bild, das tief bewegt und das gerade als Sinnbild für den grausamen und sinnlosen Krieg in um die Welt geht. Tod und Zerstörung – all das spiegelt sich in diesem Moment in einem keinen, unschuldigen Kindergesicht wider. Man mag sich kaum vorstellen, was der kleine Omran in seinem jungen Leben bereits mitmachen musste.

Der Korrespondent Raf Sanchez der britischen Zeitung 'The Telegraph' hat das Bild vor wenigen Stunden auf seinem Twitter-Account gepostet. Bis jetzt wurde es bereits zehntausende Male geteilt.

Der sinnlose Bürgerkrieg fordert immer mehr Opfer

Seit 2011 tobt in Syrien der brutale Bürgerkrieg, der bereits 400.000 Menschen das Leben kostete. Millionen befinden sich auf der Flucht. Allein in diesem Jahr starben Schätzungen zufolge schon knapp 30.000 Menschen. Aleppo trifft es dabei am härtesten. Die Stadt ist nach 'Bild'-Informationen immer wieder Opfer von Attacken. Fast täglich sollen russische Kampfjets die Gebiete überfliegen – und dabei mit ihren Bomben Häuser, Schulen und sogar Krankenhäuser zerstören. 

Bei dem nächtlichen Angriff am Mittwoch wurden neben Omran noch unzählige weitere Menschen verletzt. Wie viele bei dem Bombardement starben, ist allerdings noch unklar. Verschiedenen Angaben zufolge sollen unter den Opfern aber rund 21 Kinder sein. Was dabei mit Omrans Eltern geschehen ist, weiß bislang keiner. 

Ärzte trauen sich nicht nach Aleppo

Und die Situation spitzt sich zu: Wie 'Bild' weiter berichtet, kommen auf die noch verbliebenden 300.000 Menschen in Aleppo nur noch ungefähr 35 Ärzte. Die Kliniken seien überladen, obwohl sich immer weniger Menschen trauen, ins Krankenhaus zu gehen. "Das syrische Regime und russische Kampfjets greifen systematisch zivile Ziele und Krankenhäuser überall in der Stadt an", so Dr. Hamza Al Khatib, Leiter des Kinderkrankenhauses in Aleppo, im Gespräch mit der Zeitung.

Der kleine Omran hat den Angriff auf seinen Heimatort überlebt. Ärzte versorgten ihn, so dass er das Krankenhaus kurze Zeit später wieder verlassen konnte. Seine körperlichen Wunden werden somit verheilen - seine seelischen Verletzungen bleiben aber wohl sein Leben lang. 

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