Alarmierend: Jeder vierte 20-Jährige psychisch krank

Eine Psychotherapie zu machen, ist längst keine Ausnahme mehr, insbesondere unter jüngeren Menschen: Knapp 26 Prozent von ihnen leiden unter psychischen Problemen.

Bedrückende Vorstellung: Wenn du mit drei Freunden unterwegs bist, leidet wahrscheinlich einer von euch unter psychischen Problemen.

Mehr als eine halbe Million depressive junge Menschen

Dieses Szenario gilt in Deutschland laut Barmer Arztreport zumindest in der Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen: Bei 25,8 Prozent von ihnen diagnostizierten Mediziner im Jahr 2016 psychische Krankheiten.

Insbesondere Depressionen haben demnach unter jungen Erwachsenen in den vergangen Jahren stark zugenommen: Zwischen 2005 und 2016 stieg die Zahl der Diagnosen einer Depression um 76 Prozent auf knapp 560.000.

Ein Ende dieses Trends sei nach Meinung von Barmer CEO Prof. Dr. Christoph Straub nicht in Sicht: "Vieles spricht dafür, dass es künftig noch deutlich mehr psychisch kranke junge Menschen geben wird. Gerade bei den angehenden Akademikern steigen Zeit- und Leistungsdruck kontinuierlich, hinzu kommen finanzielle Sorgen und Zukunftsängste“, sagte er.

Macht Studieren depressiv?

Unter anderem legen die Untersuchungsergebnisse der Barmer nahe, dass Menschen im Laufe ihres Studiums anfälliger für eine Depression werden: So werden in der Gruppe der Studierenden bei 1,4 Prozent der 18-Jährigen, aber bei 3,9 Prozent der 28-Jährigen Depressionen diagnostiziert.

Bei Nicht-Studierenden verhält es sich umgekehrt: Von 3,2 Prozent bei 18-Jährigen sinkt die Zahl der festgestellten Depressionen bei älteren auf 2,7 Prozent.

Darum sollten wir offener mit Fehlern umgehen

Warum psychische Krankheiten bei jungen Menschen so stark zugenommen haben, geht aus der Untersuchung nicht hervor. Psychologen vermuten, dass uns etwa der steigende Druck krank machen kann, zu den "Reichen und Schönen" dazuzugehören.

Was unserer Gesellschaft daher sicher guttäte, wäre ein offenerer Umgang mit Schwächen und Makeln. Denn wenn alle endlich zugäben, dass sie Fehler machen und nicht perfekt sind, würde das vielen sicher einiges an Druck nehmen.


sus
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