Profis verraten 22 überraschende Öko-Tricks

Es gibt einen Haufen Tipps, um nachhaltiger zu leben. Old News? Nö! Wir haben Profis nach ihren 22 aktuellen Green-Tricks für den Alltag gefragt.

Haushaltskram

Milena Glimbovski
Gründerin von „Original Unverpackt“ in Berlin. Und Autorin von „Einfach Familie Leben“.

  1. Hände unter kaltem Wasser einzuseifen, macht sie genauso hygienisch sauber wie unterm warmen Strahl.
  2. 20 Prozent Strom sparst du, wenn unnötige Bleche und Auflaufformen aus dem Ofen kommen, bevor du ihn anschmeißt.
  3. Mix it yourself: Aus Essig, Waschsoda, Natron, Zitronensäu­re und Kernseife kann man wirklich alle gängigen Putzmittel mixen. Easy-Peasy- Essigreiniger: 400 ml Essig plus 200 ml Wasser mischen, in die Sprühflasche da­mit, fertig.
  4. Nicht zumüllen lassen: Unter robinsonliste.de kannst du dich aus dem Verteiler für Briefkastenwerbung austragen.
  5. Wer die Heizung nur ein Grad kälter stellt, spart satte sechs Prozent Energie. Im Wohnzimmer reichen 20, im Schlafzimmer 17 Grad.

Unterwegs

Franziska Diallo, Judith Hehl
Sie schreiben über nachhaltiges Reisen und haben eine Plattform für grüne Urlaubsunterkünfte gegründet.

  1. eScooter? Ganz ehrlich: Lieber radeln oder laufen. Krass: Die Roller werden abends zum Laden von Dieseltransportern (!) eingesammelt. Und: Ihre Lebensdauer endet oft nach wenigen Wochen. Das ist besonders heftig, weil in den Akkus Lithium steckt, dessen Gewinnung sehr umweltschädlich ist. Also, nein danke!
  2. Auch wenn es nerdig ist: Sondermüll wie Altbatterien wieder aus dem Urlaub mit nach Hause nehmen und hier sicher entsorgen. Nicht jedes Land ist fit beim Sondermüll...
  3. Was viele nicht wissen: Auch Autofahrten sind bei Atmosfair und Co. kompensierbar!
  4. Viele Länder können Abwässer nicht so klären wie wir. Daher überall biologisches 2-in-1-Dusch- und-Haarwaschmittel nutzen.
  5. Diese Dinge haben wir immer dabei: 1 Thermo-­Kaffeebecher und Glasflasche für Getränke to go 2 Lunchbox aus Edelstahl oder ein Bienenwachstuch für unsere Snacks 3 3­in-­1-­Besteck fürs spontane Lunchen draußen

Klamottenkiste

Verena Bax
Referentin für Umweltpolitik beim NABU.

  1. Alle Ökos, jetzt bitte ganz stark sein: Es ist bisher nicht nachgewiesen, dass die sogenannten „Guppy Bags“ (Waschbeutel, die in der Trommel Polyesterfasern aufhalten) wirklich Mikroplastik zurückhalten. Dafür fehlen unabhängige Studien. Manch einer wirft dem Ganzen bereits eine Verbrauchertäuschung vor. Wir brauchen Beweise!
  2. Altkleider kommen nur in den Restmüll, wenn sie mit Chemikalien verschmutzt sind, wie das olle Maler-T- Shirt. Rein zerschlissene Teile, die zu kaputt für ein zweites Leben sind, können über den Wertstoffhof recycelt werden. Im Restmüll werden sie unnötig verbrannt.
  3. Jeans müssen wir nicht oft waschen. Supertrick: Wenn sie müffelt, in die Tiefkühltruhe stecken, um Gerüche zu killen. Noch klimafreundlicher: Kleidung am Fenster auslüften.
  4. Auch wenn es so nett klingt: Wasch-Nüsse, -Kugeln und -Kastanien sind nicht effektiver als reines Wasser. Sie wirken leider schwach gegen Flecken und weiße Wäsche vergraut schneller.

Daddelecke

Vreni Frost
Autorin, Bloggerin und Speakerin. Schreibt über Technik, aber auch über Mode und Lifestyle.

  1. 24 Millionen Smartphones wandern hier jedes Jahr (!) über die Ladenthe­ken. Jedes einzelne hat einen riiiiesigen ökolo­gischen Rattenschwanz durch Rohstoffe und Produktion. Mega Idee: Alte Geräte an handysfürdieumwelt schicken. Da werden sie entweder für ein zweites Leben aufbereitet oder ordentlich recycelt.
  2. Beim Kauf von Elektroprodukten unbedingt darauf achten, dass sie sich öffnen lassen und man den Akku herausnehmen kann. Dann müssen sie bei einem Defekt nicht sofort ersetzt, sondern können repariert werden.
  3. Endlich Lunchbreak im Büro? Zwar fällt der Rechner nach wenigen Minuten sowieso in den Ruhemodus, aber wir machen’s gleich selbst: Alle Netzwerkverbindungen werden getrennt, sofort weniger Stromverbrauch. Yes!
  4. 18 Bäume verschwinden jährlich durch zehn Büromitarbeiter, weil die so viel drucken. Banal, aber effektiv: Drucker auf doppelseitigen Druck umstellen. Gleich Montag!

Essenszeug

Wolfgang Bokelmann
Er ist emeritierter Professor für Ökonomie der Gärtnerischen Produktion an der HU Berlin und spezialisiert auf Nachhaltigkeit.

  1. Im Supermarkt sehr gern die einzeln herumliegenden Bananen mitnehmen oder die Gurke mit trockenem Ende. Sonst wurden sie nur für die Tonne produziert. Wenn wir schon nicht darauf achten, wer dann?
  2. Wer im Winter mal nicht auf Zucchini oder Paprika verzichten kann, sollte in der Zeit zu Sorten aus Südeuropa greifen. Der Heizenergiebedarf der Gewächshäuser ist da nicht so hoch wie in Deutschland, weil das Klima dort natürlich wärmer ist.
  3. TK-Gemüse aus Deutschland oder dem nahen Ausland wurde zur Saison energieeffizient eingefroren. Somit ist es eine top Lösung, wenn es die Ware aktuell nur frisch aus dem weiten Ausland gibt.
  4. Klingt verrückt, aber der Romanasalat, also der, der in die Höhe wächst, ist klimafreundlicher als sein runder Kollege. Denn der Kopf­salat liegt mit seiner gesamten Unterfläche auf, was ein Nährboden für Pilze und Schädlin­ge ist – also auch mehr gespritzt werden muss. Weniger Pflanzen­schutzmittel heißt weniger Ressourcenver­brauch, was die Umwelt schont und auch noch gesünder ist.

In BE GREEN, dem neuen Nachhaltigkeitsmagazin von BRIGITTE, lest ihr das exklusive Interview mit Greenfluencerin DariaDaria, in dem sie fordert: "Wir müssen Zeit neu definieren!"

Hast du Lust, mehr zum Thema zu lesen? Hier kannst du das Nachhaltigkeitsmagazin BE GREEN von BRIGITTE (ab 9. September am Kiosk) bestellen!

BRIGITTE BE GREEN 01/2019

Wer hier schreibt:

Luise Gand, Marlene Kohring
Themen in diesem Artikel

Unsere Empfehlungen

Brigitte-Newsletter

Brigitte-Newsletter

Trends und Tipps aus den Bereichen Mode & Beauty, Reise, Liebe und Kochen - lies zum Wochenstart das Beste von Brigitte.