Diese 5 Teenager verändern die Welt!

Von wegen "grün hinter den Ohren"! Diese fünf Teenager sind dabei, die Welt zu verändern – und zwar zum besseren! Warum du dir diese Namen unbedingt merken solltest.

Jugendliche machen sich nur was aus Partys und Faulenzen? Unsinn! Diese fünf Teenager beweisen, dass ihnen anderes wichtig ist. Sie engagieren sich sozial, politisch und sorgen sich um die Umwelt.

Malala Yousafzai kämpft für das Recht auf Bildung

Malala war gerade mal 17 Jahre alt, als sie im Oktober 2014 den Friedensnobelpreis verliehen bekam. Damit ist die Pakistanerin die jüngste Nobelpreisträgerin der Welt. "Ich bin diese 66 Millionen Mädchen, denen man die Bildung verweigert hat", erklärte sie bei der Preisverleihung in Oslo. Wie hat sich Malala den Nobelpreis verdient?

Bereits im Jahr 2009 – da war Malala gerade einmal elf Jahre alt – schrieb Malala ein Blog-Tagebuch für die BBC (inspiriert vom Tagebuch der Anne Frank). Sie schrieb unter dem Pseudonym Gul Makai über ihren Alltag unter den Taliban und ihre damit verbundenen Ängste. Damals wurden Schulen für Mädchen zerstört und zahlreiche Menschen ermordet.

Malalas Blog wurde ins Englische übersetzt, fand unzählige Leser. 2011 wurde ihr Pseudonym aufgedeckt, sie wurde für den Internationalen Kinder-Friedenspreis nominiert, hat ihn allerdings nicht erhalten. Daraufhin hat die pakistanische Regierung einen eigenen Preis gestiftet, den Nationalen Friedenspreis der Jugend, den Malala verliehen bekam und der später nach ihr benannt wurde.

Im Oktober 2012 wurde Malala von der Taliban angeschossen, als sie von der Schule nach Hause fuhr. Die Taliben störte es, dass Malala sich für Mädchenrechte und Bildung einsetzte. Tagelang schwebte Malala in Lebensgefahr, sie hatte Schusswunden an Kopf und Hals davongetragen. Sie wurde mehrmals operiert, erst in Pakistan, schließlich auch in Großbritannien. Dort blieb sie dann auch.

Das Time-Magezine kürte das Mädchen zum zweitwichtigsten Menschen des Jahres – nur der damalige US-Präsident Barack Obama lief ihr den Rang ab. Die UNESCO gründete einen Malala-Fonds für das Recht von Kindern auf Bildung. An ihrem 16. Geburtstag, im Juli 2013, sprach sie vor der Jugendversammlung der UNO. Am 10. November feiert die UNO den Malala-Day.

Im gleichen Jahr bekam Malala u.a. den Sacharow-Preis der UN und den Europäischen Menschenrechtspreis verliehen, veröffentlichte ihre Biografie (Ich bin Malala) und besuchte die Obamas im Weißen Haus in Washington (USA). 2014 besuchte Malala in Jordanien ein Lager für syrische Flüchtlinge und warnte vor einer "verlorenen Generation syrischer Kinder." 2015 wurde ein Asteorid nach ihr benannt und ein Dokumentarfilm (Malala – Ihr Recht auf Bildung) über sie gedreht. 2017 wurde sie zur Ehrenbürgerin Kanadas ernannt.

Emma González kämpft für strengere Waffengesetze

Emma ist eine Überlebende des Schulmassakers von Parkland (Florida, USA), das am Valentinstag 2018  von dem 19-jährigen Nikolas Cruz in der Marjory Stoneman Douglas High School (MAD) verübt wurde. 14 Schüler und drei Erwachsene wurden von ihm kurz vor Schulschluss mit einem halbautomatischen Gewehr erschossen, 15 Menschen wurden verletzt. Nach dieser Tat – die drittschwerste ihrer Art in den letzten Jahren – folgten zahlreiche Proteste gegen die Waffengesetze in den Vereinigten Staaten.

Drei Tage nach dem Massaker ging die damals 18-jährige Emma González für strengere Waffengesetze auf die Straße. "Wenn der Präsident mir ins Gesicht sagt, dass das eine schreckliche Tragödie war (…) und dass man nichts tun kann, frage ich ihn, wie viel Geld er von der National Rifle Association bekommen hat. (...) Ich weiß es: 30 Millionen Dollar", richtete Emma ihre Worte an Dronald Trump in einer Gedenkrede an die Verstorbenen. Ihre Worte gingen im Internet viral.

Emma organisierte gemeinsam mit einigen Mitschülern die Organisation Never Again MSD, die für die Verschärfung der Waffengesetze in den USA eintritt und sich gegen den politischen Einfluss der Waffenlobby einsetzt. Bei ihrer Rede im März 2018 beim March for our Lives schwieg sie für 6 Minuten und 20 Sekunden, um den Zuhörern und Zuschauern zu verdeutlichen, wie lang das Massaker gedauert hatte. Spätestens seitdem gilt Emma als "das Gesicht der Schülerproteste".

Im selben Jahr bekam Emma den Stuttgarter Friedenspreis verliehen.

Greta Thunberg kämpft für den Klimaschutz

Greta Tintin Eleonora Ernman Thunberg ist die Gründerin des Schulstreiks für das Klima, der weltweit Wellen schlägt. Unter dem Namen Fridays for Future schwänzen Schüler weltweit an Freitagen die Schule, gehen auf die Straße und fordern mehr Klimaschutz.

Im Alter von 15 Jahren gewann Greta einen Schreibwettbewerb zur Umweltpolitik, der vom Svenska Dagbladet, einer schwedischen Tageszeitung, ausgeschrieben worden war. Durch diesen Beitrag knüpfte die Schülerin Kontakte zu Umweltaktivisten, die sie dazu inspirierten, weiterzumachen. Während der Hitzewelle 2018 begann sie, sich öffentlich für den Klimaschutz einzusetzen. Am ersten Schultag nach den Sommerferien protestierte sie vor dem Schwedischen Reichstag in Stockholm. Ihr Ziel ist es

  • dass ihr Heimatland Schweden die Treibhausgas-Emissionen um 15 Prozent pro Jahr reduziert.
  • dass sich Politiker effektiver um den Klimaschutz weltweit bemühen.
  • dass die globale Ungerechtigkeit ein Ende nimmt, da die Umweltverschmutzung häufig mit dem Luxusleben der Oberschicht zusammenhängt.
  • dass man dem Artensterben vorbeugt und Tiere schützt.
  • dass kein Öl mehr gefördert wird.

Greta hielt unter anderem auf der UN-Klimakonferenz in Polen (sie setzt auf Züge und Elektroautos) 2018 eine Rede, in der sie ihre Forderungen stellte: Politiker verhielten sich unverantwortlich, Kinder und Jugendliche müssten die Zukunft in die eigenen Hände nehmen. Über die Klimakrise sagte Greta bei der Konferenz: "Dies ist die größte Krise, in der sich die Menschheit je befunden hat. Zuerst müssen wir dies erkennen und dann so schnell wie möglich etwas tun, um die Emissionen aufzuhalten, und versuchen, das zu retten, was wir noch retten können."

Wie will Greta das erreichen? Indem sie zum Streik aufruft! Streik sei wichtiger als Schule – den Lernstoff könne man wie sie auch nach dem Streik noch nachholen. "Weil ihr Erwachsenen euch nicht für meine Zukunft interessiert, werde ich eure Regeln nicht beachten", erklärte sie.

Im Januar 2019 nahm sie am Weltwirtschaftsforum in Davos (Schweiz) teil. Ihre dort geäußerten Zitate ("Ich will, dass ihr in Panik geratet", "Unser Haus brennt" und "Verbrechen gegen die Menschheit") gingen in die Geschichte ein – und machten sie zur Zielscheibe von Hass-Kommentaren in sozialen Medien, wo sie aufgrund ihres Alters, Geschlechts und Asperger-Syndroms verunglimpft wurde.

Im Februar 2019 sprach Greta vor dem Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss. Am Internationalen Frauentag wurde Greta zur wichtigsten Frau des Jahres 2019 in Schweden ernannt. Sie bakam den Sonderpreis Klimaschutz der Goldenen Kamera – den sie den Aktivisten des Hambacher Forstes widmete.

Am Freitag, dem 15. März 2019, folgten ihrem Aufruf über 1,4 Millionen Schüler weltweit und protestierten, statt in die Schule zu gehen. Inzwischen streiken Schüler u.a. auch in Australien, Frankreich, Finnland, Dänemark und Deutschland. Zahlreiche Politiker, wie der australische Premierminister Scott Morrison, kritisierten das Schule schwänzen: "Wir wollen mehr Lernen und weniger Aktivismus in der Schule", sagte er. Greta antwortete auf Twitter: "Sorry, Mr. Morrison. Können wir nicht erfüllen."

Anfang April 2019 sprach Greta vor dem Umweltausschuss des EU-Parlaments; am 17. April nahm sie an einer Generalaudienz beim Papst in Rom teil; am 22. April 2019 sprach sie eine Warnung aus: "Viel zu lange standen die Politiker und die Leute an der Macht im Weg, ohne irgendetwas zu tun, um gegen die Klimakrise und die ökologische Krise zu kämpfen (...) Aber wir werden sicherstellen, dass sie nicht länger damit davonkommen."

Greta ist Nachfahrin des Chemie-Nobelpreisträgers Svante Arrhenius, der schon 1908 die globale Erwärmung voraussagte. Sein Sohn, Gretas Großvater, war ebenfalls Biochemiker.

Bei Greta wurde im Kindesalter das Asperger-Syndrom diagnostiziert, eine Form von Autismus. Als sie mit acht Jahren von der menschengemachten Erderwärmung erfuhr, begann sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu handeln: Sie schaltete im Haus die Beleuchtung aus, wann immer sie unnötig war, wollte nicht mehr fliegen und begann, sich vegan zu ernähren. Ihre Mutter, Opernsängerin, und ihr Vater, Schauspieler, unterstützten sie dabei.

Die 16-jährige Schwedin wurde von der amerikanischen Time zu einer der 25 einflussreichsten Teenager 2018 ernannt und wird zu den 100 einflussreichsten Persönlichkeiten 2019 gehören.

Amika George kämpft für kostenfreie Tampons

Amika ist Gründerin der Aktion #FreePeriods, mit der sie fordert, dass Hygieneprodukte für die Menstruation kostenfrei an englischen Schulen und Hochschulen verteilt werden.

Der Grund: Tampons, Binden & Co. haben ihren stolzen Preis – dabei sind sie unverzichtbare Produkte für die Hälfte der Weltbevölkerung. Amika sieht darin eine Ausbeutung von Frauen und Geldmacherei.

Amika prägte den Begriff Period Poverty, also Perioden-Armut, in England. Demnach könnte sich jede zehnte Frau zwischen 14 und 21 Jahren die benötigten Hygieneartikel oft nicht leisten. Etwa die Hälfte aller Schülerinnen und Studentinnen fehlten mindestens einen Tag im Monat in der Schule bzw. Uni, weil es ihnen an entsprechenden Hygieneartikeln mangele – eine klare Benachteiligung gegenüber Jungs und Männern.

Mit 17 Jahren startete Amika eine Petition (inzwischen mit über 200.000 Unterschriften) und organisierte einen Protest in der Downing Street in London, an dem 2.000 rot gekleidete Menschen teilnahmen. Unter diesem Druck entschied die britische Regierung, dass die Sanitärprodukte für Frauen in Schulen und Unis demnächst kostenfrei zur Verfügung stehen – dafür werden Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Von der britischen Teen Vogue wurde Amika zu einer der 21 under 21 class of 2018 gewählt. Amika setzt sich weiterhin dafür ein, dass sich weder Frauen noch Mädchen für ihre Periode schämen müssen.

Jack Andraka kämpft gegen den Krebs

Mit gerade mal 15 Jahren gewann Jack einen Preis beim Forschungswettbewerb Intel International Science and Engineering Fair. Was der amerikanische Schüler mit polnischen Wurzeln dafür geleistet hat? Jack, Sohn einer Anästhesie-Krankenschwester und eines Bauingenieurs, hat ein Verfahren zur Diagnose von Krebs entwickelt – was man eben so tut, als Teenager, Ironie off.

Inspiriert wurde Jack nach eigenen Angaben, als er im Internet frei zugängliche Arbeiten zu dem Thema las. Die endgültige Idee kam ihm im Biologieunterricht in der Schule.

Für den von Jack erfundenen Test wird nur ein wenig Blut des Patienten benötigt, um eine Tumorerkrankung (an Bauchspeicheldrüse, Lunge oder Eierstock) festzustellen. Es ähnelt dem der Blutzucker-Teststreifen. An dem Test tüftelte Jack in seinen Ferien. Das Verfahren wird nun weiteren Prüfungen unterzogen – es wird einige Jahre dauern, bis diese Methode ausreichend getestet wurde. Jack hat schon ein Patent dafür angemeldet.

Im Februar 2013 wurde Jack Ehrengast bei der alljährlichen Kongress-Rede des damaligen US-Präsidenten Obama zur Lage der Nation. Der heute 22-Jährige studiert inzwischen an der Stanford Universität Anthropologie und Elektroingenieurwesen.

Daneben engagiert sich Jack dafür, dass sich mehr Homosexuelle für Naturwissenschaften interessieren. Er selbst bekennt sich seit seinem 13. Lebensjahr als Schwuler und bemängelt, dass er so wenige Vorbilder im naturwissenschaftlichen Bereich habe, die nicht heterosexuell seien.

Auch sein älterer Bruder Luke gewann 2011 den Preis bei dem Forschungswettbewerb Intel International Science and Engineering Fair.

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