Keine haarlosen Einhörner: Warum diese Rasierermarke Frauen mit Schambehaarung zeigt

Während bei anderen Marken Frauen mit makellos glattrasierten Beinen durchs Bild schreiten, entscheidet sich Billie aus den USA für das Gegenteil: Frauen in ihrer vollen Pracht zu präsentieren. 

"In den letzten 100 Jahren haben Rasierermarken die Schambehaarung von Frauen nicht anerkannt", heißt es auf der Webseite der US-Marke Billie, die sich auf den Verkauf von Rasierern spezialisiert hat. In der dazugehörigen Kampagne zeigen sie Frauen mit allerlei Behaarung: Achseln, Beine und sogar in der Bikinizone. 

Warum macht Billie so etwas?

Grundsätzlich ist es ja begrüßenswert, dass Frauen in ihrer vollen Natürlichkeit gezeigt werden. Schließlich kommen auch wir mit Behaarung auf die Welt. Doch warum macht das ausgerechnet eine Marke, die mit Rasierern Absatz generieren will? Ganz einfach: Es geht darum, zu zeigen, dass Frauen überhaupt Haare haben und dass sie damit machen können, was sie wollen: "Ob wachsen lassen, sie entfernen oder bürsten. Am Ende ist es dein Haar", heißt es dazu auf der Webseite. 

Zur Kampagne gibt es selbstverständlich auch ein Werbevideo: "Jeder hat sie – sogar Frauen", heißt es in dem rund einminütigen Clip. "Die Welt tut so, als würde sie nicht existieren. Aber sie ist da. Wir haben es gecheckt" – gemeint ist die Schambehaarung.

Schamhaare zu ignorieren ist eine Form des Bodyshamings 

"Wir wollten nicht nur anerkennen, dass es Körperbehaarung gibt, sondern sie auch zeigen", sagt Billie-Mitbegründerin Georgina Gooley gegenüber dem US-Portal Refinery29. Weiter sagt sie:

"Ich denke wenn wir über bestimmte Themen hinwegsehen und sie nicht direkt ansprechen, dann ist das auch eine Art des Bodyshamings. Dinge, die so inakzeptabel sind, dass wir nicht einmal darüber sprechen – so behandeln wir Schambehaarung. Deswegen ist es wichtig, diese starke Message zu übermitteln und zu sagen: Nein, wir reden über Schambehaarung und es ist OK."

Frauen aus dem echten Leben 

Um die Kampagne realisieren zu können, habe man auf Instagram nach Frauen gesucht, die ohnehin schon offen mit ihrer Behaarung umgehen, so Gooley. "Sie waren überrascht, dass ausgerechnet eine Rasierermarke mit ihnen Bilder realisieren will, aber als wir ihnen erklärt haben, worum es geht, waren sie begeistert", berichtet sie. 

Die Medienresonanz war bisher durchweg positiv. Plattformen wie Women's Agenda zeigten sich begeistert und posteten bei Twitter die Kampagne mit folgender Bildunterschrift: "Props an die US-Marke Billie, die Frauen mal nicht als leuchtende, haarlose Einhörner portraitieren, sondern als echte Menschen. Mit Schambehaarung und allem. 

Das lässt uns zumindest ein wenig hoffen, dass nicht mehr alle sofort die Nase rümpfen, wenn wir mal ein paar Stoppeln auf nicht frisch rasierten Beinen sehen. 

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