"Die Arier": Mo Asumang auf den Spuren des Hasses

Was geht in den Köpfen von Neonazis vor? Wie reagieren sie, wenn man sie als Farbige konfrontiert? Das zeigt Filmemacherin Mo Asumang in ihrer Doku "Die Arier".

Seit sie denken kann, wird Mo Asumang wegen ihrer Hautfarbe diskriminiert. Ihr Vater stammt aus Ghana, ihre Mutter ist Deutsche. Als sie zwei war, wurde ihre Familie aus ihrer Kasseler Wohnung geworfen, weil der Vermieter keine Schwarzen mochte. Auch bei ihrer Arbeit als Fernsehmoderatorin erlebte sie immer wieder Anfeindungen. Die rechtsextreme Berliner Band White Aryan Rebels bedrohte sie sogar in einem Songtext: "Diese Kugel ist für dich, Mo Asumang". Die 50-Jährige beschloss, sich nicht länger zu verstecken, sondern ihre Feinde zu konfrontieren. "Rechtsextreme leben ja oft in einem Paralleluniversum, in dem sie sich ein Hassbild zurechtschustern", so Asumang im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". "Sie kennen die Leute nicht, die sie hassen. Wenn man einen Rechtsextremen fragt: Hast du schon mal mit einem Juden gesprochen oder mit einem Moslem?, würden die meisten Nein sagen. Was passiert aber, wenn jemand vor ihnen steht, der dieses Hassbild verkörpern soll, aber tatsächlich ganz anders ist?"

Für ihre Arte-Doku "Die Arier" traf sie Neonazis in Deutschland, den berüchtigten Rassisten Tom Metzger aus den USA und Anhänger des Ku-Klux-Klan. In den Gesprächen offenbart sich viel Unwissen und vor allem Unsicherheit. Dass sie sich dabei oft in Gefahr begab (der Ku-Klux-Klan erschien mit Gewehren zum Treffen), nahm sie in Kauf. Ebenso den Hass, der ihr nun erneut im Internet entgegenschlägt. "Wir müssen ein Zeichen gegen Nazis setzen und Aufklärungsarbeit leisten, besonders unter Jugendlichen, die drohen, in die Szene abzurutschen. Dafür braucht es Kommunikation, Bücher und Filme."

Hier können Sie die Doku ansehen:

miro
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