Nach Schul-Massaker: Donald Trump will Lehrer bewaffnen

US-Präsident Donald Trump hat sich nach dem Schul-Massaker von Florida mit überlebenden Schülern getroffen - und macht sich ganz eigene Ideen, wie solche Tragödien künftig verhindert werden könnten.

17 Menschen sind gestorben, als vergangene Woche ein 19-Jähriger in seiner ehemaligen Schule in Parkland (Florida) mit einer Schnellfeuerwaffe um sich schoss. Am Mittwoch traf sich nun US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus mit Überlebenden und Angehörigen der Tat. Und die Welt fragte sich gebannt: Wie will Trump reagieren?

Ein paar Bekenntnisse - und noch mehr Waffen

Zunächst versprach Trump, dass er sich dafür einsetzen wolle, dass künftige Täter keine halbautomatischen Waffen so umbauen können, dass sie wie Schnellfeuerwaffen funktionieren - hierfür möchte er die entsprechenden Vorrichtungen verbieten. Auch bringt Trump eine Anhebung der Altersgrenze für Waffen auf 21 ins Spiel (der Schütze von Florida ist 19).

Und dann bringt Trump einen überraschenden Vorschlag ein: Auf die Forderung des Vaters einer getöteten Schülerin, Lehrer besser auszubilden, antwortet Trump: "Wir werden uns das sehr genau ansehen. Wenn es einen Lehrer gegeben hätte, der sich mit Feuerwaffen ausgekannt hätte – dies hätte sehr gut dazu führen können, den Angriff sehr schnell zu beenden."

Jeder fünfte Lehrer könnte eine verdeckte Waffe tragen und so im Notfall einen Schützen ausschalten, überlegt Trump. Außerdem bringt er bewaffnete Sicherheitskräfte ins Spiel, die in Schulen patroullieren könnten. Hier könnten doch auch Ex-Marines und ehemalige Soldaten zum Einsatz kommen.

Wirbel auch um Trumps Spickzettel

Für verwunderte Blicke sorgte bei dem Treffen außerdem, dass Trump sich offenbar mit einem "Spickzettel" auf das Treffen vorbereitet hatte. Allerdings hielt der das handgeschriebene Kärtchen so ungeschickt, dass Fotografen es ablichten konnten - und enthüllen, was sich Trump im Vorfeld notiert hat:

Trumps Spickzettel. Punkt 5: "Ich kann euch verstehen!"


Unter anderem hatte sich der Präsident Fragen wie "Wie können wir euch helfen?" und "Was möchtet ihr, dass ich über eure Empfindungen weiß?" notiert. Auf der Karte stand aber auch: "Ich kann euch verstehen" - als müsse sich Trump selber daran erinnern, den Überlebenden sein Mitgefühl zu versichern.

In der Tat hatte Trump während des Treffens immer wieder gesagt, dass er die Gefühle der Überlebenden und Angehörigen nachvollziehen könne, wenngleich er seinen Spickzettel nicht benutzt hat.

Die Forderung, Lehrer zu bewaffnen und sein Spickzettel haben Trump in Amerika erneut scharfen Gegenwind eingebracht. Kritiker werfen dem Präsidenten vor, Mitgefühl nur zu heucheln und unter dem Einfluss der mächtigen Waffenlobby zu stehen. 

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