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Coronavirus Lebenserwartung seit Beginn der Pandemie gesunken

Lebenserwartung seit Beginn der Pandemie gesunken
© De Visu / Adobe Stock
News, die uns im Juli bewegen: Corona-Pandemie führt zu rückläufiger Lebenserwartung +++ 2.300 Fälle von Affenpocken in Deutschland +++ Die aktuellen Temperaturen werden uns mild erscheinen 

Die wichtigsten News im BRIGITTE-Ticker

Was bewegt die Welt? Was bewegt die BRIGITTE-Redakteur:innen? In diesem Ticker fassen wir für euch die wichtigsten News im Juli zusammen.

27. Juli 2022

Corona-Pandemie führt zu rückläufiger Lebenserwartung

Die Pandemie hat dazu geführt, dass die durchschnittliche Lebenserwartung deutlich gesunken ist. Der Grund: die hohen Sterbezahlen während der vergangenen Pandemie-Jahre. Die durchschnittliche Lebenserwartung eines neugeborenen Mädchens liegt bei 83,2 Jahren, die für neugeborene Jungen bei 78,2 Jahren. Damit ist sie im Vergleich zum Pandemie-Vorjahr 2019 stark gesunken, so das Statistische Bundesamt. Bei Jungen um 0,6 Jahre, bei Mädchen um 0,4 Jahre.

Besonders deutlich wird der Rückgang bei der Betrachtung von Ost- und Westdeutschland. In Ostdeutschland ist die Lebenserwartung bei Jungen um 1,3 Jahre zurückgegangen, bei Mädchen um 0,9. In Westdeutschland betrug der Rückgang bei Jungen 0,4 Jahre und bei Mädchen 0,3. Die Lebenserwartung bei Geburt beträgt bei Jungen aus Ostdeutschland demnach 76,4 und bei Mädchen 82,7. In Westdeutschland sind es bei den Jungen 78,7 und bei den Mädchen 83,3 Jahre.

Die Lebenserwartung wird anhand einer sogenannten Sterbetafel ermittelt. Die jeweils errechnete Lebenserwartung ist meist ein sehr hypothetischer Wert und kann nur eine Aussage darüber treffen, wie lange eine Person im Durchschnitt leben wird, die gerade geboren ist – bei gleichbleibenden äußeren Faktoren. Es handelt sich daher um eine Momentaufnahme. Da die Sterblichkeit unabhängig von der Altersstruktur einer Gesellschaft mit in die Berechnung fließt, sind die Ergebnisse der Sterbetafel für Zeitvergleiche gut geeignet. Die Grundlage für die stark zurückgegangene Lebenserwartung waren 2,01 Millionen Tote im Jahr 2021. 2020 waren es insgesamt 986.000 Sterbefälle. Im Jahr 2019 waren es 936.000 Sterbefälle.

25. Juli 2022

Affenpocken: WHO ruft internationale Notlage aus

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft den Affenpocken-Ausbruch als eine internationale Notlage ein. "Unsere Welt wird immer anfälliger für Ausbrüche von Infektionskrankheiten", erklärt Josie Golding, Chefepidemiologin der britischen Forschungseinrichtung Wellcome Trust, in einer Mitteilung. Sie appelliert an eine stärkere internationale Zusammenarbeit. Es müsse geklärt werden, warum man bei dem Virus neue Übertragungsmuster sehe und was man dagegen tun könne: "Wir können es uns nicht leisten, darauf zu warten, dass Krankheiten eskalieren, bevor wir eingreifen."

Insgesamt gibt es aktuell 16.000 bestätigte Fälle in mehr als 70 Ländern, so WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus. 80 Prozent der Betroffenen befinden sich in Spanien, Großbritannien, Frankreich und Deutschland, wo am 22. Juli knapp 2.300 Fälle gemeldet wurden. 57 Prozent der Betroffenen in Deutschland kommen aus Berlin. Aktuell stagnieren die Infektionszahlen, das Robert Koch-Institut stuft die Gefährdung für die breite Gesellschaft momentan als gering ein.

20. Juli 2022

Die aktuellen Temperaturen werden uns in den kommenden Jahren mild erscheinen

Europa brennt! In einigen Ländern werden aktuell noch nie da gewesenen Temperaturen verzeichnet, schwere Brände fressen sich durch die Wälder und schon eine Zigarette kann im Nu ein ganzes Haus in Brand stecken. Laut Petteri Taalas, dem Generalsekretär der Weltwetterorganisation, ist die aktuelle Hitzewelle nur der Anfang von dem, was uns in den kommenden Jahrzehnten bevorsteht. "Der Hitzerekord in Großbritannien wurde gebrochen", so Taalas. Bisher sei der Hitzerekord mit 48,8 Grad in Sizilien vom vergangenen Sommer zwar noch nicht überschritten worden, lange würde es jedoch nicht mehr dauern.

Hitzewellen, wie wir sie gerade erleben, werden zukünftig immer häufiger vorkommen – und sie werden heftiger. "Der aktuelle Trend wird noch bis mindestens 2060 anhalten, und zwar unabhängig vom Erfolg unserer Klimaschutzbemühungen", sagt er. "Wir werden uns an diese Art von Wetter gewöhnen müssen. Und die aktuellen Temperaturen werden uns in den kommenden Jahrzehnten mild erscheinen." Bereits seit vielen Jahren warnen die WMO und der Weltklimarat IPCC davor, dass der menschengemachte Klimawandel Extremwetter immer häufiger werden lässt.

"Als wir in den 80ern den Weltklimarat gründeten, hielten viele das für etwas rein Theoretisches, die meisten Leute glaubten nicht an unsere Szenarien", so Petteri Taalas. Er hofft nun, dass die aktuelle Hitzewelle ein Weckruf ist, um endlich angemessen auf die Bedrohung zu reagieren.

19. Juli 2022 

Bisher wärmster Tag des Jahres erwartet

Heute und morgen erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) Temperaturen von 34 bis 38 Grad. Im Südwesten und Westen könnten sogar 40 Grad erreicht werden. Somit wären dies die bisher wärmsten Tage des Jahres. Der bisher heißeste war der 19. Juni 2022, laut Wetterdienst waren es in Dresden und Cottbus 39,2 Grad. Laut DWD könnte dieser Rekord am heutigen Dienstag geknackt werden. Ob auch der deutsche Hitzerekord gebrochen wird, ist noch nicht klar. Dieser liegt bei 41,2 Grad und wurde am 25. Juli 2019 in Duisburg gemessen.

In einigen Teilen Deutschlands besteht aufgrund der anhaltenden Hitze und der ausgetrockneten Böden höchste Waldbrandgefahr. In diesen Bundesländern weist der fünfstufige Gefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes die höchste Stufe aus: Bayern, Baden-Württemberg, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Berlin, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen.

18. Juli 2022

Gleichberechtigung erst in 132 Jahren

Aufmunternd sind die Erkenntnisse des aktuellen "Global Gender Gap Reports" des Weltwirtschaftsforums (WEF) nicht gerade. Es soll noch 132 Jahre dauern, bis wir tatsächlich in einer gleichberechtigten Gesellschaft leben – schuld ist zu einem großen Teil die Pandemie. Noch vor zwei Jahren viel der Bericht deutlich optimistischer aus, dort lag die Vorhersage der Gleichberechtigung noch bei 99,5 Jahren. Die Pandemie hat uns also um eine ganze Generation zurückgeworfen.

Die zeitliche Schätzung beruht auf dem sogenannten Global Gender Gap Index (GGGI). Das WEF betrachtet nicht die jeweiligen Entwicklungslevel der 146 untersuchten Länder, sondern immer die Unterschiede zwischen Männern und Frauen insgesamt. In diesem Jahr lag der Index bei 68,1 Prozent. Das bedeutet, dass Frauen rund 68 Prozent der Stellung des Mannes erreicht haben.

Die Unterschiede in den Ländern sind allerdings erheblich. So ergibt sich aus einer Einzelbetrachtung, dass beispielsweise Island, Finnland und Norwegen am weitesten fortgeschritten sind – in Island beträgt der GGGI 90,8 Prozent. Deutschland schafft es immerhin auf den letzten Platz der Top-10-Liste mit 80,1 Prozent. Am unteren Ende der Skala liegen Südasien und der Nahe Osten, hier sollen Männer und Frauen erst in 197 beziehungsweise 115 Jahren gleichgestellt sein.

14. Juli 2022

Vorsicht vor der Gasrechnung im kommenden Jahr

Dass den Haushalten das Gas einfach ausgeht, ist eher unwahrscheinlich, sagt auch Bundesnetzagenturchef Klaus Müller. Aber teuer wird es werden: Die Jahresrechnung wird 2023 mindestens dreimal so hoch ausfallen wie jetzt. "Bei denen, die jetzt ihre Heizkostenabrechnung bekommen, verdoppeln sich die Abschläge bereits – und da sind die Folgen des Ukraine-Krieges noch gar nicht berücksichtigt", sagte Müller dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

An der Börse hätten sich die Preise zum Teil versiebenfacht. Noch werden die Kosten nicht im vollen Umfang an Verbraucher:innen abgegeben, das könnte jedoch noch kommen. Die Menschen müssten jetzt vorsorgen – technisch und finanziell, mahnt Müller. Er hat zwei Tipps. Erstens sollten die Abschläge erhöht oder Geld beiseite gelegt werden, um die Erhöhung aufzufangen. Zweitens: Mit dem:der Vermieter:in oder einem:einer Handwerker:in sprechen, wie man die Heizung optimieren kann. Denn etwa die Hälfte der Gasthermen in Deutschland seien nicht gut eingestellt.

12. Juli 2022

Wo ist der Kündigungsbutton? 

Online einen Vertrag abschließen, ist in der Regel sehr einfach – ihn wieder zu kündigen häufig allerdings eine große Herausforderung. Abhilfe sollte jetzt eigentlich der Kündigungsbutton schaffen, doch schaut man sich die Seiten einmal genau an, dann ist der Button meist ganz unten versteckt oder sogar erst in Unterkategorien zu finden. Seit dem 1. Juli ist dieser Button Pflicht, um sogenannte "kostenpflichtige Laufzeitverträge" schnell wieder kündigen zu können.

Seit Anfang 2022 gibt es insgesamt neue Regelungen für fairere Verbraucherverträge. So sollen Verbraucher:innen zum Beispiel vor automatischen Vertragsverlängerungen besser geschützt werden. Versteckte ewig lange Verlängerungen sind nicht mehr erlaubt. Nach der ersten Vertragslaufzeit muss der:die Kund:in nach spätestens einem Monat aus dem Vertrag heraus kommen, so die Verbraucherzentrale. Dabei unterstützen soll der Kündigungsbutton. Wird dieser betätigt, soll automatisch auch eine Eingangsbestätigung verschickt werden, damit die Unternehmen nicht mehr behaupten können, sie hätten die Kündigung nicht erhalten.

Tipp: Nicht alle Seiten haben einen Button im ursprünglichen Sinne eingeführt. Manchmal ist es auch einfach eine markierte Textstelle, die einen dann weiterführt. Die Unternehmen versuchen weiterhin, Kündigungen unattraktiv zu machen. Nicht abschrecken lassen!

11. Juli 2022

Steuer-Plattform Elster überlastet

Seit einem Urteil aus dem Jahr 2018 ist die bisherige Ausgestaltung der Grundsteuer nicht mehr zeitgemäß und muss daher neu berechnet werden. Daher müssen bis spätestens Ende Oktober Millionen Haus-, Wohnungs- und Grundstücksbesitzer:innen eine zweite Steuererklärung abgeben. Diese muss Daten zu Flurnummer, Baujahr, Wohnfläche und Bodenrichtwert enthalten. Aufgrund des großen Andrangs kommt es aktuell zu Schwierigkeiten bei der Online-Plattform Elster. Es werde bereits an einer Lösung gearbeitet, teilte der Betreiber mit.

Das Problem: Die zusätzliche Steuererklärung muss elektronisch oder mithilfe ein:er Steuerberater:in abgegeben werden. Die Möglichkeit, sie in Papierform einzureichen, soll nur in Ausnahmefällen gewährt werden. Wer sich noch nicht bei Elster angemeldet hat, sollte beachten, dass die Registrierung gut zwei Wochen dauern kann. Und wer noch Informationen benötigt, kann sich an die entsprechenden Internetseiten wenden, die von fast jedem Bundesland erstellt wurden. Meist lassen sich dort auch Telefonnummern finden, über die Beratungs-Hotlines erreichbar sind.

5. Juli 2022

Zehntausende Pädagog:innen fehlen für die geplante Ganztagsbetreuung

Alle Grundschulkinder in Deutschland haben bald einen Anspruch auf Ganztagsbetreuung. Bis 2030 ist noch Zeit, den Plan in die Tat umzusetzen. Das Problem: Einer Studie der Bertelsmanns Stiftung zur Folge würden gerade in westdeutschen Bundesländern gut 76.000 weitere Pädagog:innen benötigt, um auch wirklich allen das Angebot einer Ganztagsbetreuung machen zu können – das könnte eng werden.

Der Rechtsanspruch wurde im vergangenen September von Bund und Ländern beschlossen. Die Ganztagsbetreuung soll schrittweise eingeführt werden. Ab dem Schuljahr 2026/2027 greift die Regelung bei Kindern der ersten Klassen, ab 2029/2030 dann in allen Klassen. An Umsetzung scheint es aufgrund der fehlenden Fachkräfte jetzt allerdings zu hapern, nur in Berlin, Hamburg und Thüringen sind die Aussichten gut.

Noch mehr News

Das waren die News im Juni.

Verwendete Quellen: zeit.de, rnd.de, verbraucherzentrale.de, tagesschau.de, wellcome.org, destatis.de

slr Brigitte

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