Rewe macht Schluss mit Plastiktüten

An der Kasse zur Plastiktüte greifen? Geht bei Rewe nicht mehr. Der Konzern verbannt die Tüten aus seinen Läden.

Jute statt Plastik

Was eine politisch bewegte Jugend Ende der Siebziger forderte, macht Deutschlands zweitgrößter Lebensmittelhändler nun wahr: Rewe schafft die Plastiktüten ab. Der Konzern wird seinen Kunden nur noch Taschen aus Baumwolle, Jute, Recyclingmaterial und Papier sowie Kartons anbieten. Restbestände an Plastiktüten werden noch bis 1. Juli verkauft, danach ist Schluss.

Durch die Maßnahme sollen in Deutschland jährlich 140 Millionen Plastiktüten weniger im Müll landen.

Warum genau werden die Tüten verbannt?

Die Europäische Union (EU) hat beschlossen, dass die Plastiktütenberge in Europa schrumpfen sollen: Der Pro-Kopf-Verbrauch von Kunststofftüten soll in allen Mitgliedstaaten bis 2025 auf 40 pro Jahr zurückgehen. In Deutschland verbraucht jeder Einwohner jährlich im Durchschnitt noch 71 Tüten.

Immer mehr Branchen reagieren auf die Vorgaben aus Straßburg. Bei Super- und Drogeriemärkten sind kostenpflichtige Plastiktüten längst Alltag, und auch immer mehr Mode- und Elektronikketten (wie H&M oder Saturn) haben die Gratistüten abgeschafft.

Sind Papiertüten die Lösung?

Plastiktüten sind nicht ganz so schlecht wie ihr Ruf - vorausgesetzt, man wirft sie in den Müll und nicht in die Natur. Laut Bundesumweltamt werden sie dann zumindest in Deutschland einigermaßen umweltverträglich entsorgt.

Die Deutsche Umwelthilfe meldet, dass Papiertüten in der Ökobilanz nur dann besser abschneiden als Plastiktüten, wenn man sie mindestens drei Mal benutzt. Um sie reißfest zu machen, müssen bei ihrer Herstellung eine Menge Chemikalien und Wasser eingesetzt werden.

Mehrweg ist immer besser!

Egal, ob Plastik, Baumwolle, Jute oder Papier - Einweglösungen sind nie gut, Mehrweg ist immer besser. Zwar verbraucht eine richtige Tasche bei der Herstellung die meisten Ressourcen, doch wer sie lange nutzt, fährt damit am besten.

Also: Immer einen Beutel in die Handtasche packen! Damit schonen wir nicht nur die Umwelt, sondern zunehmend auch unseren Geldbeutel.

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