Warum immer weniger Leute zu Aldi gehen

Geht ihr auch immer öfter zu Edeka statt zu Aldi, obwohl dort alles teurer ist? Dann liegt ihr voll im Trend.

Discounter in der Krise

Die klassischen Supermärkte boomen, Aldi und Lidl laufen die Kunden weg. Das besagt der aktuelle Consumer Index der "Gesellschaft für Konsumforschung" (GfK). Die Discounter verzeichneten zuletzt einen Umsatzrückgang von 0,6 Prozent. Was nach wenig klingt, geht in absoluten Zahlen in die Milliarden.

Warum ist das so? 5 Fragen an Dr. Wolfgang Adlwarth, Konsumentenexperte der GfK:

BRIGITTE: Warum gehen die Leute lieber wieder zum Supermarkt, obwohl dort alles teurer ist als bei Aldi?

Wolfgang Adlwarth: Schon seit Mitte des letzten Jahrzehnts geht der Trend bei den Verbrauchern zu mehr Qualität - und weg vom Preis. 2005 sagten noch 41 Prozent, dass sie auf Qualität achten, heute sind es schon 51 Prozent.

Wie kommt’s?

Der Trend geht allgemein zu mehr Qualität, Nachhaltigkeit, Bio und Regionalität. Hier versuchen die Discounter ja auch, zu partizipieren, indem sie mehr Markenprodukte anbieten.

Haben die Leute mehr Geld als früher?

Sie haben mehr Geld und sind auch bereit, es auszugeben. Seit der Wirtschaftskrise vor fünf, sechs Jahren haben wir Hochkonjunktur. Wir haben eine ständig steigende Erwerbstätigkeit. Es gibt immer mehr Doppelverdienerhaushalte, und die Arbeitslosenquote ist gering. Die Zuversicht der Konsumenten hat historische Höchststände erreicht.

Dafür haben die Menschen weniger Zeit.

Richtig. Und kaufen aus Zeitgründen seltener ein. Früher ging man für den Grundbedarf zu Aldi, zu Edeka für das Besondere und dann noch zum Bäcker und Metzger. Heute suchen wir nur noch eine Einkaufsstätte auf. Und das kommt den Supermärkten mit ihrem großen Sortiment zugute. Sie haben ihre Hausaufgaben gemacht und bieten alles an - vom edlen Steak bis zur Küchenrolle.

Spielt nicht auch das angenehmere Ambiente in den Supermärkten eine Rolle?

Das ist auch ein wichtiger Grund für die Renaissance der Supermärkte. Deshalb versuchen die Discounter ja auch, mehr Kundenservice zu bieten - ein schöneres Ambiente oder Kundentoiletten. Sie werden mehr und mehr wie die klassischen Supermärkte.

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