Endlich frei: Frau saß wegen Fehlgeburt 11 Jahre im Gefängnis

Endlich kann sie ihre Mutter wieder richtig in die Arme schließen: Nach 11 Jahren Haft wegen einer Fehlgeburt wurde Theodora Vásquez jetzt freigelassen. 

Eigentlich sollte sie ganze 30 Jahre im Gefängnis absitzen. Noch im Dezember hatte ein Gericht in El Salvador den Schuldspruch wegen Mordes sowie die 30-jährige Haftstrafe für Teodora del Carmen Vásquez bekräftigt.

Eine Fehlgeburt wurde der damals 23-Jährigen von den zuständigen Richtern als Abtreibung ausgelegt, deshalb verurteilten sie sie wegen Mordes. Dafür saß sie während der vergangenen 11 Jahre im Gefängnis. (Hier erfährst du mehr über den Fall und das Abtreibungsrecht in El Salvador).

Oberster Gerichtshof reagiert auf internationale Proteste – Freiheit für Teodora

Nach zahlreichen internationalen Protesten und Medienberichten – unter anderem hatte sich auch das Europaparlament in den Fall eingemischt – haben sich jetzt der Oberste Gerichtshof und das Justizministerium des zentralamerikanischen Landes eingeschaltet – und die Freilassung der heute 34-Jährigen angeordnet. 

Die Sprecherin einer Organisation, die gegen das Abtreibungsverbot in El Salvador kämpft und sich für Vásquez stark gemacht hat, sagte: "Teodora ist frei und glücklich, nach ihrem Leidensweg ihre Freiheit wiedererlangt zu haben. Sie ist wieder mit ihrer Familie zusammengekommen und kehrt nach Hause zurück."

Dort wartet auch sehnsüchtig ihr 14-jähriger Sohn auf seine Mama. Außer in seinen ersten drei Lebensjahren hat er bisher nicht viel von ihr gehabt.

Zu all dem kommen konnte es nur, weil El Salvador in Sachen Abtreibungsrecht zu den rückständigsten Staaten der Welt gehört. Schwangerschaftsabbrüche werden dort mit harten Strafen geahndet. Doch auch in Europa sind Abtreibungen noch nicht überall erlaubt: In Irland sind Frauen gezwungen, ein Kind auszutragen, es sei denn, ihr eigenes Leben ist durch Schwangerschaft oder Geburt in Gefahr.

Allerdings hat die irische Regierung für dieses Jahr ein Referendum angekündigt, bei dem über eine Reform des Abtreibungsrechts abgestimmt wird – in El Salvador ist man von so einem Schritt noch weit entfernt.

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